Das Strafverfahren der Bundesanwaltschaft wegen Verdachts auf politischen Nachrichtendienst im Umfeld der Gespräche zum iranischen Atomprogramm könnte mit einer Sicherheitslücke der Antiviren-Firma Kaspersky zusammenhängen. Das Unternehmen hatte am Mittwoch bekanntgegeben, einen Virus im eigenen Netz entdeckt zu haben.
Normalerweise deckt die Moskauer Firma Kaspersky Softwareschädlinge im Internet auf. Vor kurzem entdeckte sie einen Nachfahren des bekannten Computerwurms Stuxnet im eigenen System. Unbekannte Hacker hatten die Firma über Monate ausgespäht.
Gründer und Chef Eugene Kaspersky hatte am Mittwoch in einer Videokonferenz gesagt, Kunden und Partner seien nach bisherigen Erkenntnissen nicht betroffen. Am Donnerstag wurde nun bekannt, dass die Bundesanwaltschaft am 12. Mai in Genf eine Hausdurchsuchung durchgeführt hat, in deren Rahmen IT-Material beschlagnahmt worden ist.
Ob es einen Zusammenhang gibt, ist noch unklar, aber wahrscheinlich. Der von Kaspersky entdeckte Computerwurm war nach eigenen Angaben entwickelt worden, um das iranische Atomprogramm zu sabotieren. Schadsoftware sei auch an Verhandlungsorten bei den Atomgesprächen mit dem Iran entdeckt worden, sagte Kaspersky.
Kaspersky-Konkurrent Symantec hatte am Mittwoch berichtet, das Schadprogramm sei zudem bei einem europäischen Telekom-Unternehmen, einem Elektronik-Hersteller aus Südostasien sowie auf Computern in den USA, Grossbritannien, Schweden und Hongkong entdeckt worden. (sda)
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