14.10.2020

Facebook

Anzeigen gegen Impfungen verboten

Die Corona-Pandemie zeige, wie wichtig vorbeugendes Verhalten zum Schutz der Gesundheit sei, so der Konzern.

Der Social-Media-Konzern Facebook will alle Anzeigen auf seinen Seiten verbieten, die sich gegen Impfungen aussprechen. Dies kündigte der Internetkonzern am Dienstag an.

Die Corona-Pandemie zeige, wie wichtig vorbeugendes Verhalten zum Schutz der Gesundheit sei, betonte der Konzern. Facebook will nach eigenen Angaben aber weiterhin solche Anzeigen zulassen, die bestimmte Massnahmen von Regierungen im Zusammenhang mit Impfungen kritisieren. An Impfstoffen gegen das Coronavirus wird derzeit weltweit unter Hochdruck geforscht.

Den Betreibern der grossen Onlinenetzwerke wird immer wieder vorgeworfen, Impfgegnern eine weite Verbreitung ihrer Botschaften zu ermöglichen. Facebook plant nach eigenen Angaben nun auch eine Kampagne in den USA, in der für Grippe-Impfungen geworben werden soll.

Gegen Verschwörungstheorien

Facebook war zuletzt auch verstärkt gegen die Verbreitung von Verschwörungstheorien auf seinen Seiten vorgegangen. Eine am Mittwoch veröffentlichte Wissenschaftsstudie zeigt, dass der Glaube an solche völlig unbelegten Theorien die Bereitschaft zu Impfungen deutlich senken kann.

Für die Untersuchung wurden Umfragen in den USA, Grossbritannien, Irland, Spanien und Mexiko vorgenommen. Demnach lehne zwar die Mehrheit der dortigen Menschen Verschwörungstheorien zum Coronavirus ab, doch nähmen «erhebliche Teile» der Bevölkerung diese Falschbehauptungen für bare Münze, heisst es in der im britischen Fachmagazin «Royal Society Open Science» veröffentlichten Studie.

Die in diesen Ländern am stärksten verbreitete Verschwörungstheorie zu der Pandemie ist demnach, dass das neuartige Virus absichtlich in einem Labor der chinesischen Stadt Wuhan hergestellt worden sei. In der Millionenmetropole war der Erreger erstmal bei Menschen festgestellt worden. In Grossbritannien und den USA glauben nach Angaben der Forscher jeweils 22 bis 23 Prozent der Befragten an diese Verschwörungstheorie.

Glaube gegenüber Impfstoffen

Die Studie habe zudem einen klaren Zusammenhang zwischen dem Glauben an Verschwörungstheorien und der Skepsis gegenüber Impfstoffen gezeigt, sagte Ko-Autor Sander van der Linden. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass bei den Befragten im Allgemeinen die Bereitschaft zur Teilnahme an künftigen Corona-Impfungen umso geringer war, je mehr sie Verschwörungstheorien anhingen. (sda/afp/wid)



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Kommentare

  • Jens Hafner, 15.10.2020 04:57 Uhr
    Eine beunruhigende Meldung. Ich dachte beim Lesen unmittelbar: "So fängt es an!" Mir fiel China ein, deren Internet-Zensur, aber auch die jüngere mitteleuropäische Geschichte. Das Internet lebte anfangs vom Geist der Freiheit, ein Marktplatz der menschlichen Seele, die, wie wir wissen, nicht nur babyrosa, treublau und sanftgrün ist, sondern auch blutrot und friedhofschwarz. Ein Grundproblem der Moderne ist die verdammt gute und für jeden erreichbare Video-Tricktechnik sowie die fehlende Bildung bzw. der Bildungswille der Heranwachsenden: Man kann Fake von Facts nicht mehr unterscheiden - und will es mitunter auch nicht. Dazu kommt der allgemeine Trend zu überzogen wirkenden Sicherheitsmassnahmen in immer mehr Lebensbereichen. Jetzt mit Corona, haben wir Nachkriegsenkel zum ersten Mal den Eindruck wie es ist, in einem kriegsähnlichen Ausnahmezustand zum leben: Mit Zensur, mit Verboten, mit der Einschränkung und Wegnahme all dessen, was und Gegenstand der Freiheit war. Das Facebook nun zensiert, ist ein echtes Erdbeben des WorldWideWeb. Beunruhigende Zeiten, wie ich finde. Schraubstockzeiten ...

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