19.01.2022

Swiss Digital Initiative

Erstes Label für digitale Verantwortung

Mit der Einführung des Digital Trust Labels können User vertrauenswürdige digitale Dienste besser erkennen.

Das Bewusstsein für digitale Risiken und die Forderung nach mehr digitaler Transparenz und Verlässlichkeit nehmen stetig zu. Digitale Verantwortung und digitales Vertrauen gehören zu den neuen Voraussetzungen für Unternehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Marktführer der Zukunft sind Organisationen, die digitale Verantwortung aktiv übernehmen. Sie setzen die theoretischen Grundsätze und Prinzipien in die Praxis um.

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Das Digital Trust Label wurde in der Schweiz unter besonderer Betonung der Nutzerperspektive erarbeitet. Dank der partizipativen und integrativen Vorgehensweise entstand ein Label, das Organisationen die einzigartige Möglichkeit bietet, ihr Engagement zugunsten der digitalen Verantwortung nachzuweisen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Ein klares Bekenntnis zur digitalen Verantwortung

Das Digital Trust Label zeigt die Vertrauenswürdigkeit einer digitalen Anwendung, wie einer Website oder App, in einer klaren, visuellen und nicht-technischen Sprache, die jeder verstehen kann.

«Ähnlich wie das Biolabel und die Nährwerttabelle für die analoge Welt dient das Digital Trust Label als Vertrauenssiegel in der digitalen Welt», wird Doris Leuthard, Präsidentin der Stiftung Swiss Digital Initiative, in der Mitteilung zitiert.

Die digitalen Anwendungen werden anhand von 35 Kriterien in vier Dimensionen geprüft: Sicherheit, Datenschutz, Zuverlässigkeit und fairer Umgang mit den Nutzern, wozu die Information über den Einsatz automatisierter Entscheidungsprozesse gehört. Der Kriterienkatalog wurde von einem speziellen Label Expert Committee unter der Leitung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) erstellt und auf der Grundlage der Rückmeldungen aus mehreren öffentlichen Konsultationen weiterentwickelt. Die entwickelten Kriterien dienen als Grundlage für eine unabhängige Prüfung.

Pionierarbeit für digitales Vertrauen

Zu den ersten «Digital Trust Champions» gehören Swiss Re und Swisscom, die bereits den Prüfprozess für ein Digital Trust Label durchlaufen und das Label für die geprüften Dienste nutzen dürfen. Credit Suisse befindet sich im Auditierungsprozess. Weitere sieben Unternehmen haben sich bereits für den Labelling-Prozess registriert und werden mit dem Audit Anfang 2022 beginnen: Atos, Booking.com, Cisco, Credit Exchange, Kudelski IoT, UBS Switzerland AG und Wefox.

«Finanzdienstleistungen erfordern mehr denn je ein grösseres Vertrauen in digitale Dienstleistungen. Wir unterstützen und glauben an das Digital Trust Label als Treiber für mehr Transparenz und Verantwortlichkeit», so Moses Ojeisekhoba, Chief Executive Officer Reinsurance und Mitglied der Konzernleitung von Swiss Re.

Urs Schaeppi, CEO Swisscom ergänzt: «Die digitale Welt ist schnell und einfach, aber auch anonym. Auf welche digitalen Dienstleistungen kann ich mich verlassen, welchem Anbieter vertrauen, sind die erfolgskritischen Fragen. Swisscom unterstützt das Digital Trust Label und den zugrunde liegenden unabhängigen Auditprozess, weil damit in der digitalen Welt Transparenz geschaffen und Vertrauen gebildet wird.»

Das Thema Digital Trust ist auch für den Banking-Bereich von Relevanz. André Helfenstein Chief Executive Officer Credit Suisse (Schweiz) AG: «Das Vertrauen der Kundschaft und Sicherheit sind natürliche Grundpfeiler des Schweizer Bankings und dies auch in der digitalen Welt. Die Credit Suisse unterstützt die Pilotierung des Digital Trust Labels, da es die Transparenz bezüglich Datenflüssen und Sicherheit in digitalen Prozessen erhöht.»

Das Digital Trust Label ist ein Beispiel für einen praktischen Beitrag, um Schweizer Traditionen und Werte in die digitale Welt zu bringen und dient als Ausgangspunkt für eine globale Bewegung in Richtung digitale Verantwortung. «Es gibt keinen besseren Ort als Genf, um Pionierarbeit zu leisten und neue Instrumente für digitales Vertrauen und Verantwortung zu erproben. Ein Label kann ein Weg sein, um internationale Stakeholder, die an diesem Thema arbeiten, zusammenzubringen und einen globalen Konsens zu finden», sagt Benedikt Wechsler, Botschafter und Leiter der Division Digitalisierung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten.

Starker Rückhalt für die Swiss Digital Initiative

Michael Hengartner, Präsident des ETH-Rats, und André Kudelski, Präsident des Verwaltungsrats und CEO der Kudelski-Gruppe, treten in den SDI-Stiftungsrat ein. Michael Hengartner löst Martin Vetterli, Präsident der EPFL, als Vertreter der akademischen Welt ab, während André Kudelski sein Fachwissen im Bereich der Cybersicherheit und der Privatwirtschaft in die Organisation einbringt. Die Swiss Digital Initiative bekräftigt ihr Bekenntnis zu einem Multi-Stakeholder-Ansatz und verleiht Experten noch mehr Gewicht für die Weiterentwicklung des Labels. (pd/cbe)



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