09.02.2022

Doxing

Facebook soll Regeln verschärfen

Auf der Plattform sollen künftig keine persönlichen Daten, wie etwa die private Wohnadresse, geteilt werden können. Das hat ein unabhängiges Aufsichtsgremium in den USA entschieden. Hintergrund ist das vermehrte Auftreten von Stalking und Belästigung.
Doxing: Facebook soll Regeln verschärfen
Der berühmteste Fall von Doxing war die Veröffentlichung der privaten Adresse von «Harry Potter»-Autorin Joanne K. Rowling auf Twitter. (Bild: Pixabay)

Das unabhängige US-Aufsichtsgremium Oversight Board hat Meta dazu aufgefordert, seine Community-Regeln bei Facebook zu verschärfen, wie es in einer Mitteilung heisst. Hintergrund ist das vermehrte Auftreten von sogenanntem «Doxing» auf der Plattform. Opfer dieser Praxis, bei der sensible persönliche Informationen, wie etwa die Adresse einer Person, in sozialen Medien öffentlich aufgedeckt und geteilt werden, sind auch Prominente wie die «Harry Potter»-Autorin Joanne K. Rowling.

Enorme Schäden möglich

«Das bösartige Teilen von privaten Wohnadressen in sozialen Online-Netzwerken stellt ein ernsthaftes Problem dar, das auch in der realen Welt enormen Schaden anrichten kann. Dazu gehören beispielsweise Stalking und Belästigung», wird Thomas Hughes, Leiter des Oversight Boards, in einer Mitteilung zitiert. Um Nutzer vor solchen Bedrohungen besser zu schützen, sei es notwendig, die derzeit geltenden Community-Richtlinien von Meta zu überarbeiten und bestehende Sicherheitslücken zu schliessen, so der Experte.

Eine dieser Lücken findet sich etwa im aktuellen Community Standard Privacy Violations. Dieser sieht vor, dass Nutzer Informationen wie die private Wohnadresse posten dürfen, wenn diese Daten allgemein ohnehin bereits als «öffentlich zugänglich» angesehen werden. «Das Streichen dieser Ausnahme würde Meta helfen, seine User besser zu schützen», heisst es vom Oversight Board. Das Gremium fordert das Online-Netzwerk ausserdem dazu auf, einen eigenen Kommunikationskanal einzurichten, bei dem sich Doxing-Opfer melden und Hilfe bekommen können.

Viele Prominente im Visier

Besondere Aufmerksamkeit bekam das Phänomen des Doxing in Grossbritannien durch einen entsprechenden Vorfall mit einem prominenten Opfer im November 2021. Damals ärgerte sich Rowling darüber, dass eine Transaktivistin ein Foto der Adresse ihres Wohnsitzes in Edinburgh auf Twitter veröffentlicht hatte. Die Aktion wurde als Rache für Aussagen gesehen, die Rowling im Juni 2020 getätigt hatte und die sie aufgrund von Transfeindlichkeit ins Visier von Aktivisten geraten liess. (pd/mj)


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