24.02.2021

Streit ums Gesetz

Facebook verteidigt Vorgehen

Nachdem sich der Internetriese und die australische Regierung geeinigt haben, meldet sich Politikchef Nick Clegg zu Wort.

Facebook hat die umstrittene Blockade von Nachrichteninhalten in Australien verteidigt und zugleich eine Milliardenzahlung an die Medienbranche in Aussicht gestellt. Das australische Gesetz, das die scharfe Reaktion des Online-Netzwerks auslöste, basiere auf einem «fundamental falschen Verständnis des Verhältnisses zwischen Facebook und der Medienbranche», schrieb Facebook-Politikchef Nick Clegg in einem Blogeintrag am Mittwoch.

Das Internet habe das Geschäft der Medien verändert und einige Marktteilnehmer hätten mit dem Wandel zu kämpfen, argumentierte er. «Es ist verständlich, dass einige Medienkonzerne Facebook als eine potenzielle Geldquelle betrachten, um ihre Verluste auszugleichen, aber bedeutet das, dass sie einen Blankoscheck verlangen können?» Dem käme aber das australische Gesetz gleich, schrieb Clegg. «Es wäre, als würde man Autohersteller zwingen, Rundfunksender zu finanzieren, weil Leute sie im Wagen hören könnten – und dabei die Sender den Preis bestimmen lassen.»

Facebook hatte vergangene Woche Nachrichteninhalte auf seiner Plattform für australische Nutzer gesperrt. Dabei wurden zum Teil auch offizielle Unwetterwarnungen oder Informationen zur Corona-Pandemie blockiert – durch eine Fehlkonfiguration, wie es hiess. Nach einem Kompromiss mit der Regierung wurde die Sperre wieder aufgehobenm (persoeonlich.com berichtete). Der australische Senat verabschiedete das Gesetz am Mittwoch. (sda/dpa/lom)



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