Jeder dritte Zoogler ist aus einem Drittstaat

Google - Einer von drei Angestellten in Zürich hat laut «Tages-Anzeiger» in einem Land ausserhalb Europas studiert. Nur gerade 14,4 Prozent der untersuchten Personen haben eine Schweizer Universität besucht.

Google bekennt sich mit ihren neuen Büros an der Europaallee zum Standort Zürich. 2000 Mitarbeiter aus 75 Nationen beschäftigt Google in Zürich bislang. Am neuen Standort Europaallee kommen nach und nach weitere dazu. Rund 5000 sogenannte Zoogler (eine Wortschöpfung aus Zürich und Google) sollen es in ein paar Jahren sein (persoenlich.com berichtete).

Google kommuniziert nicht, wie viele Schweizer beschäftigt werden, noch wieviele Personen aus Drittstaaten stammen, also Länder ausserhalb Europas. Der «Tages-Anzeiger» hat 845 Linkedin-Profile untersucht, auf allen ist Google Zürich als Arbeitgeber angegeben. Dabei zeigt sich, dass nur eine Minderheit der Belegschaft an Schweizer Hochschulen ausgebildet wurde. Der Studienort gibt dabei einen Hinweis auf die Herkunft der Mitarbeiter.

Polen fällt auf

Google betont gerne seine Nähe zu den Schweizer Ausbildungsstätten und gibt als Prioriät an, die Angestellten in der Schweiz finden zu wollen. Noch sieht die Realität anders aus: Nur 14,4 Prozent der untersuchten Personen gaben auf Linkedin an, eine Schweizer Universität besucht zu haben. 54,6 Prozent sind ehemalige Studenten aus der EU. Polen, bekannt für seine IT-Spezialisten, fällt dabei neben Deutschland als häufigstes Studienland auf. Jeder Dritte absolvierte eine Hochschule ausserhalb von Europa: 31 Prozent der Google-Mitarbeiter geben Schulen in den USA, Peking, China, der Türkei, in Delhi und weitere an.



Hochgerechnet auf 2000 Mitarbeiter würde dies bedeuten, dass in den letzten Jahren für 620 Personen eine kantonale Bewilligung für Drittstaatenfachkräfte erteilt wurde. Laut «Tages-Anzeiger» ist dies politisch brisant: Die Drittstaatenkontingente im Raum Zürich sind hart umkämpft, im vergangenen Jahr waren sie bereits im April aufgebraucht. Setzt Google seine Ausbaupläne um, dürfte sich die Knappheit bei den Kontingenten weiter verschärfen. Zudem hätten kleinere Firmen, die auf Spezialisten aus Drittstaaten angewiesen sind, das Nachsehen. (cbe)