21.03.2018

Google News Initiative

Medienförderung erhält globales Dachprogramm

Das neue Google-Programm basiert zu wesentlichen Teilen auf der bisherigen europäischen Digital News Initiative. Neu können unter anderem Medientitel direkt via Google-Account abonniert und bezahlt werden.
Google News Initiative: Medienförderung erhält globales Dachprogramm
Google will weiter in die Medienförderung investieren. Auf dem Bild das New Yorker Büro des Unternehmens. (Bild: Keystone/AP/Mark Lennihan)

Google fasst seine Projekte zur Medienförderung neu unter einem globalen Dach mit dem Namen Google News Initiative (GNI) zusammen, wie das Unternehmen in einem Blogpost mitteilt. Die GNI sei der bislang wichtigste Schritt des Unternehmens in der Zusammenarbeit mit der Medienbranche, für die kommenden drei Jahre werden dafür 300 Millionen US-Dollar bereitgestellt.

Die GNI basiert zu wesentlichen Teilen auf der Arbeit der Digitalen News Initiative (DNI) in Europa, die Google vor drei Jahren mit europäischen Verlags- und Journalismuspartnern ins Leben gerufen hat.

Als Ziele der GNI nennt Philipp Schindler, Chief Business Officer, im Blogpost folgende Punkte:

  • Qualitativ hochwertigen Journalismus auf den Google-Plattformen stärken
  • Geschäftsmodelle für nachhaltiges Wachstum entwickeln
  • Medien und Verlage bei technologischer Innovation unterstützen

Zu den wichtigsten Neuerungen gehört die Funktion «Subscribe with Google». Mit der neuen Funktion können via Google-Account Abonnements der teilnehmenden Nachrichtenseiten erworben werden. Damit soll es einfacher werden, eingeloggt zu bleiben – auch wenn man vom Laptop auf ein mobiles Gerät wechselt.

Bisher sind 17 Verlagshäuser aus zehn Ländern mit dabei; weitere werden gemäss Google schon bald folgen. Schweizer Verlagshäuser sind bisher nicht daran beteiligt. Selbstverständlich stehe die Zusammenarbeit in der globalen GNI genau wie bei der bisherigen DNI auch Schweizer Medienunternehmen offen, sagt Samuel Leiser, Communications Manager von Google Schweiz, auf Anfrage.

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Um den qualitativ hochwertigen Journalismus zu stärken, will Google einerseits weiterhin auf die Verbesserungen der Suchqualität setzen, wie es in einem anderen Blogpost von Richard Gingras, Vice President News, heisst. So soll der Schwerpunkt – insbesondere bei aktuellen Nachrichten oder Krisensituationen stärker auf anerkannte, seriöse Quellen gelegt werden, als auf andere Faktoren wie Aktualität. Dies geschehe bereits seit letztem Jahr in den USA; in den kommenden Monaten werde die Änderung weltweit eingeführt.

Um Fehl- und Desinformation zu bekämpfen, führt Google gemeinsam mit dem Partner First Draft ein «Disinfo Lab» ein. Das in Harvard ansässige Labor werde Journalisten einsetzen, um Fake News aufzuspüren – insbesondere im Vorfeld und während Wahlen. (maw)



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