03.11.2021

Swiss Digital Initiative

Neues «Digital Trust Label» enthüllt

Ab 2022 gibt es das erste Label zur Prüfung und Zertifizierung der Vertrauenswürdigkeit digitaler Anwendungen.

Datenlecks, Cyberattacken, unethisches Vorgehen von Techkonzernen: Die Schlagzeilen hören nicht mehr auf. Nutzerinnen und Nutzer fühlen sich unsicher im Umgang mit digitalen Anwendungen. Was geschieht mit meinen Daten? Werden ohne mein Wissen automatisierte Entscheidungen gefällt? Transparenz fehlt und Möglichkeiten, sich auf einfache Art und Weise zu informieren, gibt es nicht. Pragmatische und praktische Lösungen sind gefragt.

Die Swiss Digital Initiative (SDI) bietet mit dem weltweit ersten Digital Trust Label die Lösung, wie es in einer Mitteilung heisst. In klarer, verständlicher Sprache zeige das Label die Vertrauenswürdigkeit einer digitalen Anwendung. In vier Kategorien werde die Einhaltung von Standards überprüft und schaffe bei den Nutzerinnen und Nutzern Vertrauen dank Transparenz und reduzierter Komplexität. Mit dem Label werden digitale Anwendungen auf Basis von über 30 Kriterien geprüft, wie es in der Mitteilung vom Mittwoch weiter heisst. Der Kriterienkatalog wurde demnach unter der Führung der EPFL sowie einem engagierten Label Expert Committee erstellt, dank dem Feedback aus öffentlichen Konsultationen weiterentwickelt und erlaubt die Prüfung und Zertifizierung von unabhängiger Stelle.

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«Analog zum Bio-Label und einer Nährwert-Tabelle agiert das Digital Trust Label als Vertrauenssiegel für die digitale Welt», wird Doris Leuthard, Präsidentin des Stiftungsrates der SDI, zitiert.

Das Label stelle die Nutzerinnen und Nutzer digitaler Anwendungen ins Zentrum und beleuchte die Dimensionen Sicherheit, Datenschutz, Verlässlichkeit und User Interaktion. Mit seinem mehrstufigen Ansatz zeige es bereits auf den ersten Blick relevante Informationen und biete interessierten Personen mehr Details.

Unternehmen können ein klares Signal senden

Wer eine digitale Anwendung anbietet, hat dank des Digital Trust Labels erstmalig die Möglichkeit, diese Anwendung durch eine neutrale Stelle überprüfen zu lassen, schreibt SDI. Eine erfolgreiche Zertifizierung sende ein klares Signal an Nutzerinnen und Nutzer, dass der Anbieter eine zuverlässige digitale Interaktion gewährleiste. Ein solches Signal wirke nicht nur gegenüber Nutzern, sondern biete Anbietern in einem sich schnell ändernden regulatorischen Umfeld auch eine Orientierungshilfe. Die Registrierung für die Zertifizierung stehe ab sofort allen Organisationen offen.

Vorreiter von Digital Trust sind Booking.com, Swisscom und Swiss Re. Sie waren an der Entwicklung des Labels beteiligt und lassen derzeit ausgewählte digitale Anwendungen zertifizieren. Auch die AXA, Credit Suisse, der Kanton Waadt und IBM Schweiz sind als Entwicklungspartner beteiligt. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Unterstützung der Stiftung Mercator Schweiz.

Gemeinsam mit der Präsentation des Digital Trust Labels wird das erste Whitepaper zu Digital Trust publiziert. Darin wird der Rahmen definiert, in dem Digital Trust diskutiert und eingeordnet werden kann. Gleichzeitig werden Branchen identifiziert, welche in Zukunft voraussichtlich verstärkt in Digital Trust investieren müssen. Dies sind der Gesundheitssektor, Öffentlicher Dienst, Medienbranche, Banken & Versicherungen, HR und der Bildungssektor. Schliesslich werden Wege aufgezeigt, wie Digital Trust bei Nutzerinnen und Nutzer erreicht werden kann. Transparenz ist der erste Schritt und mit dem Digital Trust Label ist dieser für Unternehmen nun noch besser möglich. (pd/cbe)



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