08.05.2019

Google

Nun kommt die Gesichtserkennung Zuhause

Der Tech-Konzern hat in Kalifornien einen neuen smarten Lautsprecher mit Display und Kamera vorgestellt. Kritiker liessen sich dieses Jahr etwas Besonderes einfallen.
Google: Nun kommt die Gesichtserkennung Zuhause
Der neue Nest Max Hub wird in der Presselounge nach der Konferenz in Kalifornien vorgestellt. (Bild: Keystone)

Google setzt als erster Tech-Konzern Gesichtserkennung im vernetzten Zuhause ein und riskiert damit neue Kritik von Datenschützern. Der Internet-Konzern stellte am Dienstag (Ortszeit) einen smarten Lautsprecher mit Display und Kamera vor, der die Anzeige daran anpassen kann, wer gerade vor ihm steht. Alle Informationen zur Gesichtserkennung würden dabei ausschliesslich auf dem Gerät verarbeitet und gingen zu keinem Zeitpunkt ins Netz, betonte Googles Hardware-Chef Rick Osterloh zum Auftakt der Entwicklerkonferenz Google I/O am Dienstag.

Das «smarte Display» mit dem Namen Nest Hub Max soll zunächst nur in den USA, Grossbritannien und Kanada auf den Markt kommen und 229 Dollar kosten. Google verspricht durch die automatische Personalisierung dank Gesichtserkennung einen höheren Nutzen. Zugleich stehen Datenschützer vor allem in Europa Gesichtserkennung generell sehr skeptisch gegenüber.

Flugzeug am Himmel

Google betonte, die Funktion werde standardmässig ausgeschaltet sein und von den Nutzern erst aktiviert werden müssen. Den Sorgen entgegentreten will der Konzern auch mit einem Datenschutz-Versprechen für das vernetzte Zuhause: Man werde stets klar angeben, welche Daten wofür erhoben werden, heisst es darin unter anderem. Und Google werde persönliche Informationen nie an irgendjemanden verkaufen.

Zum Auftakt der Entwicklerkonferenz in einem Freilicht-Amphitheater in der Nähe der Firmen-Zentrale in Mountain View liessen Google-Kritiker ein kleines Flugzeug mit einem Protest-Banner über der Veranstaltung kreisen. Darauf stand: «Google-Kontrolle ist nicht Privatsphäre» zusammen mit dem Hashtag «Rettet lokale Nachrichten». Das Dröhnen des Flugzeugmotors liess die Teilnehmer immer wieder in den Himmel blicken. (sda/dpa/wid) 



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