16.10.2020

Twitter

Stundenlange globale Technik-Panne

Beim Kurznachrichtendienst hat es in der Nacht auf Freitag eine massive Störung gegeben.

Die Nutzung von Twitter ist in der Nacht zum Freitag weltweit durch technische Probleme massiv behindert worden. Nach rund zwei Stunden, in denen viele Nutzer keine Botschaften mehr auf der Plattform veröffentlichen konnten, war die Panne behoben.

Twitter erklärte, es gebe keine Hinweise darauf, dass die Panne auf einen Hackerangriff zurückgehe. «Alles scheint wieder normal zu laufen», teilte Twitter gegen 2 Uhr MESZ mit. Die Situation werde weiter überwacht.

Zuvor hatte das Internetunternehmen von Problemen in seinen internen Systemen berichtet. Nutzerinnen und Nutzer, die einen Tweet abzusetzen versuchten, erhielten jeweils die Fehlermeldung: «Etwas ist schief gegangen, aber ärgere Dich nicht – lasst uns nochmal versuchen.»

Probleme auf allen Kontinenten

Nach Angaben der auf Internet-Ausfälle spezialisierten Website downdetector.com meldeten Twitter-Nutzer von allen Kontinenten Probleme. Allerdings konzentrierten sich die Schwierigkeiten auf die Ost- und Westküste der USA sowie Japan.

Die Plattform für Kurzbotschaften wird von hunderten Millionen Nutzern rund um dem Globus genutzt, darunter von Politikern, Stars der Entertainment-Branche, Behörden und Unternehmen.

Panne zu einem ungünstigen Zeitpunkt

Die Technik-Panne kam für Twitter zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt. Das kalifornische Unternehmen steht gerade im Zentrum einer Kontroverse im US-Präsidentschaftswahlkampf.

Twitter hat – ebenso wie Facebook – den Zugang zu einen Zeitungsartikel mit angeblichen Enthüllungen über den Oppositionskandidaten Joe Biden und dessen Sohn blockiert und damit den Zorn von Präsident Donald Trump auf sich bezogen.

Twitter begründete sein Vorgehen mit Fragen zur «Herkunft der Materialien» für den Artikel. Trumps Republikaner kündigten am Donnerstag an, Twitter-Chef Jack Dorsey vor den Senat laden zu wollen. Sie warfen dem Unternehmen «Zensur» vor.

Twitter ändert nach der Kontroverse um die Blockade eines umstrittenen Zeitungsartikels über Joe Biden seine Regeln für den Umgang mit durch Hacking erbeuteten Inhalten. Sie würden künftig nur noch in den Fällen gesperrt, wenn sie direkt von den Hackern veröffentlicht würden, teilte die Twitter-Managerin Vijaya Gadde in der Nacht zum Freitag mit. Damit wolle der Kurznachrichtendienst auch den unbeabsichtigten Konsequenzen unter anderem für Journalisten Rechnung tragen.

Wichtige Plattform im Wahlkampf

Twitter spielt als Kommunikationsplattform im US-Wahlkampf eine wichtige Rolle. Trump nutzt den Dienst von jeher sehr intensiv, um seine Botschaften zu verbreiten. Auch Biden verschickt Tweets, allerdings weniger häufig als der Präsident.

Grössere technische Pannen hat Twitter wiederholt erlebt – so im vergangenen Februar sowie im Herbst und Sommer 2019. Auch wurden im vergangenen Juli mindestens 130 Twitter-Konten gehackt. Darunter waren Konten prominenter Nutzer wie US-Präsident Barack Obama, Amazon-Chef Jeff Bezos und Microsoft-Gründer Bill Gates. Im September 2019 war auch das Twitter-Konto von Unternehmenschef Dorsey kurzzeitig gehackt worden. (sda/afp/dpa/cbe)



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