Alain Tanner, der dieses Jahr in Locarno einen Ehrenleoparden erhalten hat, hat am Dienstag vor den Medien auf seine 50-jährige Karriere zurückgeblickt. Mit dem Festival verbinde ihn eine "jahrhundertelange" Freundschaft, scherzte der 80-Jährige. Begonnen habe sie 1962, als er in Locarno seinen 2. Kurzfilm habe zeigen dürfen. Ein erster Höhepunkt sei dann 1969 der Goldene Leopard für "Charles mort ou vif" gewesen.
Am Drehbuch habe er nur 15 Tage geschrieben, sagte Tanner, und die Dreharbeiten dauerten nur ein paar Wochen und "kosteten fast nichts". Dass dieser und seine folgenden Filme erfolgreich gewesen seien, habe daran gelegen, dass er als Regisseur "synchron" mit der Zeit gewesen sei. "Filme machen war damals ein militanter Akt". Heute hat er mit dem Metier abgeschlossen. Die Anstrengung, Finanzierung und Verleih zu finden, wolle er sich nicht mehr antun. (sda)

