04.05.2007

Second Life

Als Werbemedium zum Teil enttäuschend

Die Deutschen sind die grösste virtuelle Nation.

In der Parallelwelt Second Life bilden die Deutschen die bevölkerungsreichste Nation. Zu diesem Ergebnis kommt ComScore, das heute, Freitag, Zahlen über die aktiven Second-Life-Nutzer veröffentlicht hat. Demnach waren im März dieses Jahres weltweit 1,3 Mio. Menschen in Second Life aktiv. Das entspricht einer Zunahme um 46 Prozent im Vergleich zum Januar 2007. Die grosse Mehrheit der aktiven Second-Life-Bewohner kommt aus Europa, die 61 Prozent der Gesamtbevölkerung der Parallelwelt ausmachen. Hingegen stammen nur 16 Prozent aus den USA.

Kritische Stimmen weisen darauf hin, dass es in Second Life nur von Journalisten wimmle, die von ihren Medien beauftragt wurden, über Second Life zu schreiben und die Parallelwelt auf der Suche nach berichtenswerten Geschichten durchstreifen. Zum beruflichen Hintergrund der aktiven Second-Life-Bewohner gibt es allerdings kaum Studien. "Es sind auf jeden Fall viele Personen aus Medien-orientierten Berufen in Second Life anzutreffen", bestätigt Nils Andres, Geschäftsführer der Hamburger Agentur Komjuniti, auf Nachfrage von pressetext. Hoher Bildungsstand, höheres Einkommen und eine ausgeprägte Internetaffinität seien die Charakteristika eines typischen Second-Life-Nutzers, schätzt Andres.

Bei den Unternehmen macht sich mittlerweile nach der anfänglichen Euphorie Enttäuschung über den angepriesenen neuen Medienkanal breit. "Die Erwartungen waren bei den Unternehmen -- wahrscheinlich aufgrund des medialen Hypes -- sehr hoch", begründet Andres die Ernüchterung bei einigen Unternehmen, die gehofft haben, mehr aus ihren Marketing-Bemühungen in Second Life herauszuholen. "Es gibt aber auch positive Beispiele wie etwa IBM, das sehr zufrieden ist mit seinen Second-Life-Aktivitäten", unterstreicht der Agenturchef.


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