19 Länder boykottieren die diesjährige Friedensnobelpreisverleihung an den chinesischen Menschenrechtler Liu Xiaobo. Neben China haben auch Russland, der Iran, Venezuela und andere ihre Teilnahme an der Zeremonie am Freitag im Rathaus von Oslo abgesagt. Zugesagt hätten insgesamt Botschaftsvertreter aus 44 Ländern, erklärte das Friedensnobelpreiskomitee am Dienstag.
Unterdessen bezeichnete China Lius Anhänger als Clowns in einem antichinesischen Schmierentheater. Bei einer Medienkonferenz sagte Aussenministeriumssprecherin Jiang Yu, Lius Unterstützer stünden der Entwicklung im Land grundsätzlich feindselig gegenüber und seien Störenfriede des politischen und rechtlichen Systems.
Liu verbüsst eine elfjährige Haftstrafe wegen Subversion. Der 54-Jährige ist Mitautor der "Charta 08", in der Dissidenten zu Reformen, Freiheiten und dem Ende des Machtmonopols der Kommunistischen Partei in China aufrufen. Die Regierung in Peking stellte seine Frau und andere prominente Oppositionelle unter Hausarrest; zahlreichen Bürgern, darunter auch Künstler Ai Weiwei, wurde die Ausreise verweigert.

