Die konservative Regierung von David Cameron löst nach 100 Tagen im Amt keine Begeisterungsstürme aus. Doch auch bei der Labour-Partei steht es nicht zum Besten. Ex-Premier Gordon Brown hat nach seiner Abwahl als Regierungschef auch als Buchautor kein Glück. Die Sammlung seiner zwischen 2007 und 2009 gehaltenen Reden will nach Darstellung des "Daily Telegraph" kaum einer lesen. Seit April seien gerade einmal 32 Exemplare des Buches mit dem Titel "The Change we Choose" ("Der Wechsel, den wir wählten") verkauft worden.
Mittlerweile liege es auf den Ramschtischen der Buchläden aus. Ursprünglich für 20 Pfund (33 Franken) angeboten, koste es bei vielen Buchhandlungen nur noch knapp 6 Pfund (10 Franken). Auf der Bestseller-Liste des Internetbuchhändlers Amazon rangiert das Werk des introvertierten Schotten auf Platz 262'956.
Der für seinen Hang zur Öffentlichkeit bekannte Vorgänger Browns, Tony Blair, will es soweit offenbar gar nicht kommen lassen. Den Verkaufsstart seiner Autobiografie "A Journey" ("Eine Reise") im nächsten Monat hat er als grossen Event in der Londoner Innenstadt inszenieren lassen. Blair wird selbst Bücher signieren, wofür immense Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden müssen.
Wer ein Autogramm Blairs haben will, muss sich anstellen, durchsuchen lassen und sein Handy abgeben. Die Polizei befürchtet Protestdemonstrationen gegen Blair. Er steht in der Kritik, weil er Grossbritannien in den Irak-Krieg geführt hatte. Später stellte sich heraus, dass seine Begründung, der Irak verfüge über Massenvernichtungswaffen, nicht haltbar war. Die "Daily Mail" schreibt, Blairs Signierstunde werde den Steuerzahler wegen der Sicherheitskosten einen sechsstelligen Betrag kosten. (sda)

