09.06.2023

Zurich Film Festival

Die Männlichkeit in all ihren Facetten

Der Schweizer Schauspieler Burak Ates ist das Kampagnengesicht auf dem neuen ZFF-Festivalplakat. Das Filmfestival rückt die Rolle des Mannes im Spagat zwischen klassischem Rollenbild und neuen Aufgaben in den Fokus.

Immer häufiger verschwimmen die klassischen Geschlechterrollen. Was vor ein paar Jahren noch für viel Aufschrei gesorgt hätte, gehört inzwischen zum Alltag in der Öffentlichkeit: Männer mit lackierten Fingernägeln, Männer, die androgyne Kleidung tragen, Männer mit Perlenkette um den Hals. Während bekannte Künstler wie Harry Styles, Jared Leto oder Timothée Chalamet gerade damit kokettieren und sich auch deshalb vor allem bei jüngerem Publikum grosser Beliebtheit erfreuen, feiern andererseits Filme wie «Top Gun: Maverick» mit Tom Cruise oder «Ticket to Paradise» mit George Clooney, die auf traditionelle Männlichkeitsbilder zurückgreifen, grosse Erfolge.

Das 19. Zurich Film Festival (ZFF) – vom 28. September bis 8. Oktober 2023 – befasst sich in der Sektion Hashtag mit #Masculinity. Es rückt die Rolle des Mannes im Spagat zwischen klassischem Rollenbild und neuen Aufgaben in den Fokus. «Um die Männlichkeit tobt zurzeit ein regelrechter Kulturkampf, wie etwa der inflationär verwendete Begriff ‹toxische Männlichkeit› beweist», wird Artistic Director Christian Jungen in einer Mitteilung vom Freitag zitiert. «Wir zeigen rund ein Dutzend Filme, welche sehr verschiedene Arten von Männlichkeit repräsentieren und wollen so eine Debatte um die Rolle und das Selbstverständnis des Mannes im 21. Jahrhunderts stimulieren».

Passend dazu zeigt das Key Visual Burak Ates, einen 28-jährigen Schweizer Schauspieler aus Solothurn. Er spielte die Hauptrolle im Film «Beyto», welcher am Zurich Film Festival 2020 Premiere feierte. «Mit ihm setzen wir nicht nur ein Zeichen zur Wichtigkeit unserer Nachwuchsförderung, er ist auf unserem Key Visual auch passend zu unserem Hashtag #Masculinity inszeniert – mit lackierten Nägeln, Schmuck und knalligen Farben», schreibt das ZFF dazu.

Ates habe seit seinem ersten Besuch am ZFF 2020 eine tiefe Verbindung mit dem Festival und freue sich, dass in ganz Zürich und darüber hinaus zu sehen sein werde. «Es ist ein sehr schönes Gefühl», sagt er, «vor drei Jahren hat am ZFF alles angefangen – und jetzt wieder dabei sein zu dürfen, vor allem als Kampagnengesicht, ist der Wahnsinn.»

Er habe bereits in jungen Jahren davon geträumt, Schauspieler zu werden. Seither ist viel passiert: «‹Beyto› und der Auftritt am ZFF waren ein Wendepunkt in meinem Leben. Ich setzte seitdem alles auf Schauspiel», so Ates. Das fiel ihm alles andere als leicht, wie der 28-Jährige erzählt. Genau wie seine erste grosse Rolle Beyto, der sich aus konservativen Familienverhältnissen lösen muss, um zu seiner Homosexualität zu stehen, musste auch Ates sich zwischen zwei Welten entscheiden: der des klassischen Berufswegs oder der eines Schauspielers.

Verantwortlich beim ZFF: Alessandro Monsurrò, Deborah Marzo, Kaja Eggenschwiler, Vivien Sasso, Ann Moser und Maike Müller; Foto: Lea Meienberg mit Unterstützung von Sandra Gadient; Video: Blackframe; Hair & Make-up: Letizia Abbatiello, Make it up Agency; Styling: Donjeta Selmanaj, Jelmoli. (pd/cbe)



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