09.02.2019

Todesfall

Karikaturist Tomi Ungerer ist tot

Der französische Zeichner und Autor ist im Alter von 87 Jahren in Irland im Haus seiner Tochter verstorben.
Todesfall: Karikaturist Tomi Ungerer ist tot
Tomi Ungerer, hier 2015 im Kunsthaus Zürich, hinterlässt weltweit ein umfangreiches Werk an Illustrationen, Zeichnungen und Büchern. (Bild: Keystone/EPA/Anthony Anex)

Der französische Zeichner und Karikaturist Tomi Ungerer ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Der vor allem für seine Kinderbücher bekannte Elsässer starb in Irland im Haus seiner Tochter. «Er starb in der Nacht. Es war seine Frau, die mich am Morgen angerufen hat», sagte Robert Walter, ehemaliger Berater und langjähriger Freund Ungerers, der Nachrichtenagentur AFP am Samstagmorgen.

Ungerer wurde 1931 in Strassburg geboren. In den 50er-Jahren wanderte er in die USA aus. Auch nach Kanada verschlug es ihn. Seit 1976 lebte er mit seiner dritten Frau in Irland, blieb seiner elsässischen Heimat aber treu. In Strassburg gibt es ein Tomi-Ungerer-Museum. Tausenden Zeichnungen hat er seiner Geburtsstadt überlassen.

Plakatkunst und erotische Zeichnungen

Ungerer hatte sich unter anderem als Autor und Illustrator von Kinderbüchern einen Namen gemacht. er schrieb und illustrierte berühmte Kinderbücher wie «Die drei Räuber» und «Der Mondmann». Ausserdem schuf er scharfzüngige Bilderbücher für Erwachsene. Auch mit Plakatkunst – unter anderem für das Montreux Jazz Festival – und erotischen Zeichnungen fand Ungerer Anerkennung. Nach Angaben seiner Internetseite veröffentlichte er mehr als 140 Bücher, die in 28 Sprachen übersetzt wurden.

Ungerer machte sich zudem gegen Rassismus stark. Er setzte sich für die deutsch-französische Freundschaft ein und bekam 1993 in Deutschland das Bundesverdienstkreuz. Zeit seines Leben erhielt er zahlreiche Würdigungen und Preise.

«Er war nicht nur ein grosser Künstler, er verkörperte auch die Komplexität des Elsass, seiner Doppelkultur. Wir haben uns vorgestellt, dass es ewig ist, und jetzt verlässt er uns», sagte Alain Fontanel, erster stellvertretender Bürgermeister von Strassburg, wie die Zeitung «Les Dernières Nouvelles d'Alsace» berichtete.

Von Oktober 2015 bis Februar 2016 stellte das Kunsthaus Zürich über 170 vorwiegend unveröffentlichte Collagen, Zeichnungen und Plastiken von Ungerer aus. (sda/afp/dpa/cbe)

 



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