29.02.2016

Oscars

Leo, «Spotlight» und #OscarsSoWhite

Leonardo DiCaprio ist mit seinem ersten Oscar im Hollywood-Olymp angekommen.
Oscars: Leo, «Spotlight» und #OscarsSoWhite

Hollywoodstar Leonardo DiCaprio hat im sechsten Anlauf einen Oscar gewonnen. Der 41-Jährige wurde in der Nacht auf Montag für seine Leistung im Rachedrama «The Revenant» ausgezeichnet, in dem er sich als Trapper Hugh Glass nach einer Bärenattacke schwer verletzt durch die Wildnis kämpft. Für das Werk gab es noch zwei weitere Preise: für die beste Kamera und für Regisseur Alejandro González Iñárritu. Für DiCaprio gab es im Dolby Theatre Standing Ovations. Mit der Trophäe in der Hand warnte der Schauspieler vor dem Klimawandel. «Er ist unsere grösste Bedrohung. Lasst uns diesen Planeten nicht als selbstverständlich ansehen.» Auch sein Regisseur Alejandro González Iñárritu nutzte die Bühne für ein politisches Statement: «Lasst uns dafür sorgen, dass die Hautfarbe genauso unwichtig wird wie die Länge der Haare.» Im vergangenen Jahr hatte der Regisseur mit der Satire «Birdman» gewonnen. Für seinen mexikanischen Kameramann Emmanuel Lubezki war es sogar der dritte Oscar in Folge.

«Schützt unsere Kinder»

Der Hauptpreis für den besten Film ging allerdings an Thomas McCarthys «Spotlight» über Enthüllungsjournalismus und Missbrauch in der katholischen Kirche. Der Film, basierend auf einer wahren Geschichte, erzählt von Journalisten, die einen Missbrauchsskandal durch Mitglieder der katholischen Kirche aufdecken. Nach der Auszeichnung für den besten Film äusserten die Macher die Hoffnung, dass ihre Botschaft «Schützt unsere Kinder» auch im Vatikan gehört werde.

Überhaupt durchzogen politische Appelle wie diese die Oscarshow. Hauptthema war dabei die Kritik, dass in den wichtigsten Kategorien keine Afroamerikaner nominiert worden waren - eine Steilvorlage für den schwarzen Moderator Chris Rock. Die Awards seien auch als die «Preise der Weissen» bekannt, sagte der 51- Jährige. Erst jetzt könne dagegen protestiert werden, sagte Rock mit Verweis auf die frühere Sklaverei. «Wir waren damit beschäftigt, vergewaltigt und gelyncht zu werden.» Im Internet lief eine lebhafte Debatte zu dem Thema unter dem Hashtag #OscarsSoWhite.

Sechs Auszeichnungen für «Mad Max: Fury Road»

Zu den grossen Gewinnern des Abends gehörte auch das Aktionsspektakel "Mad Max: Fury Road": Für das Werk von Regisseur George Miller gab es sechs Auszeichnungen, allerdings nur in Nebenkategorien wie dem Kostüm- und dem Produktionsdesign, den Filmschnitt und Make-up/Frisurenstyling. Als beste Hauptdarstellerin setzte sich die 26-jährige Brie Larson als Favoritin durch. Sie wurde für ihre Darstellung einer aufopferungsvoll kämpfenden Mutter in dem Entführungsdrama «Room» geehrt.

Mit den Auszeichnungen für die besten Nebendarsteller überraschte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hingegen: Die Schwedin Alicia Vikander und der britisch-amerikanische Schauspieler Mark Rylance bekamen ihre ersten Oscars. Die 27-jährige Vikander erhielt die Auszeichnung für ihre Rolle in dem Transsexuellendrama «The Danish Girl». Rylance wurde für sein Spiel in dem Steven-Spielberg-Film «Bridge of Spies» ausgezeichnet.

Erster Musik-Oscar für Ennio Morricone

Die Pixar-Produktion «Inside Out» wurde als bester Animationsfilm ausgezeichnet. Den besten Filmsong lieferten Jimmy Napes und Sam Smith mit «Writing's On The Wall» für den James-Bond-Film «Spectre» ab. Der 87-jährige Ennio Morricone erhielt für seine Kompositionen zum Quentin-Tarantino-Western «The Hateful Eight» seinen ersten Musik-Oscar. Der Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film ging an die ungarische Produktion «Son of Saul». Der bemerkenswerte Debütfilm von László Nemes erzählt vom Horror im Konzentrationslager Auschwitz. (sda)

Bild: Keystone


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