Der Basler Hollywood-Produzent Arthur Cohn lässt sich gern als "sechsfachen Oscar-Preisträger" feiern. Doch jetzt werden ihm drei Oscars streitig gemacht. Hat Cohn geblufft? Gemäss der Zeitung "Sonntag" steht Cohn im Streit mit dem Online-Lexikon Wikipedia. Dort heisst es seit kurzem: "Arthur Cohn ist nur dreifacher Oscar-Preisträger." Er bezeichne sich selbst zwar in Pressetexten und Interviews stets als sechsfachen Oscar-Preisträger, "doch Produzenten können gemäss Reglement namentlich mit dem Oscar nur bei Dokumentarfilmen geehrt werden".
Weiter ist auf Wikipedia nachzulesen, dass die begehrte Oscar-Trophäe für den besten fremdsprachigen Spielfilm jeweils nur an das Werk als Ganzes und an das Land, das die Bewerbung einreiche, verliehen werde. Gemäss Wikipedia-Eintrag produzierte Arthur Cohn beispielsweise zwar weitgehend mit Schweizer Geld den von der Academy prämierten Film "Sehnsucht nach Afrika", genau genommen sei der Oscar jedoch an die ebenfalls mitproduzierende Elfenbeinküste verliehen worden - das Land, welches den Film einreichte. Und diese Passage muss Arthur Cohn besonders schmerzen: "Beteiligt war Arthur Cohn am Oscar-Gewinn als Produzent des Films somit lediglich indirekt, ebenso bei den Filmen 'Der Garten der Finzi Contini' und 'Gefährliche Züge'."
Auch auf der grössten und renommiertesten Film-Online-Datenbank IMDb gesteht man Cohn nur drei Oscars zu, obwohl er - stellvertretend als Produzent und Investor der Filme - in Los Angeles alle sechs Trophäen entgegengenommen und sie nun bei sich zu Hause stehen habe. Arthur Cohn weilt derzeit im Ausland. Auf Anfrage des "Sonntags" nimmt sein Mitarbeiter Pierre Rothschild trotzdem zu den Oscar-Vorwürfen Stellung: "Ja, wir haben mit Wikipedia, IMDb und vielen Infoseiten Probleme", räumt Rothschild in einer schriftlichen Stellungnahme ein. Doch wirkliche Klarheit kann auch er nicht schaffen: "Als Herr Cohn in den Kategorien Dok-Film und Foreign die Oscars erhielt, gingen diese an den Produzenten - neu aber seit einigen Jahren an die Regisseure." Nun wird gemäss Rothschild die Vergangenheit "falsch interpretiert".

