Das Schwergewicht des 9. Internationalen Animationsfilm- Festival Fantoche in Baden AG (6. bis 11. September) liegt auf dem animierten Dokumentarfilm. Im Programm "Animation & Game Design" kommen auch die Freunde von Computerspielen auf ihre Rechnung. Für den Internationalen Wettbewerb haben sich drei Schweizer Produktionen qualifizifiert, wie die Organisatoren an einer Medienkonferenz vom Dienstag in Zürich bekannt gaben. "Bon Voyage" von Fabio Friedli, "Romance" von Georges Schwizgebel und "Kapitän Hu" von Basil Vogt buhlen zusammen mit 25 anderen Filmen aus 19 Ländern um die Preise.
Es sei ein sehr heterogenes und inhaltlich wie stilistisch reichhaltiges Programm, sagte die künstlerische Festivalleiterin Duscha Kistler. Experimentelle Beiträge kämen ebenso zum Zuge wie klassische Autorenfilme. Das Festival zeige den ganzen Gestaltungsreichtum des animierten Filmschaffens zwischen Vision und Tradition. Die Werke von vielen Filmstudierenden, aber auch solche von Altmeistern gibt es zu sehen. Um die Preise des Schweizer Wettbewerbs, der zum dritten Mal den einheimischen Trickfilmern ein Podium bieten, bewerben sich 22 Produktionen, darunter auch die drei Schweizer Filme des Internationalen Wettbewerbs.
Mit "Persepolis" und "Waltz with Bashir" kamen in den letzten Jahren animierte Dokumentarfilme ins Kino und machten auf ein Genre aufmerksam, das eine lange Tradition hat. "Fantoche" präsentiert neben den beiden erfolgreichen Kinofilmen zwei weitere lange Animations-Dokfilme sowie ein Programm mit 32 Kurzfilmen der letzten 30 Jahren. Die Schnittstelle zwischen Computerspielen und Animationsfilmen wird in zahlreichen Podiumsveranstaltungen, Workshops und Ausstellungen thematisiert. Gemeinsam mit dem Filmclub "Zauberlaterne" zusammengestellte Spezialprogramme gibt es wie gewohnt auch für Kinder. Neu ist ein Programm für Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren. Eine Kinderjury wählt gemäss Kistler den "besten Film für Kids" aus.
Insgesamt werden in den sechs Kinosälen mit 1300 Plätzen 270 kurze und lange Animationsfilme aus 34 Ländern gezeigt. Auswählen konnte das Fantoche-Team aus 992 eingereichten Werken aus 50 Ländern und damit aus deutlich mehr als in den Vorjahren. Die Organisatoren rechnen damit, dass der Publikumsrekord von 2010 erneut gebrochen wird. Der für die kaufmännische Leitung zuständige Co-Direktor Silvan Rüssli erwartet 35'000 Eintritte. Mit einem Budget von 1,6 Millionen Franken gehöre "Fantoche" zu den fünf grossen Festivals der Schweiz. Die Eigenfinanzierung liege bei guten 44 Prozent, sagte Rüssli. Die wichtigsten Geldgeber sind der Kanton Aargau und die Stadt Baden. (sda)

