Der Finanzinvestor Cerberus will über sein Hollywood-Studio Spyglass Entertainment den 1924 gegründeten Filmriesen Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) übernehmen und im Zuge einer Plan-Insolvenz von seinen 3,7 Milliarden Dollar Schulden befreien.
Wie US-Medien berichten, ist der Deal kompliziert und noch längst nicht in trockenen Tüchern: Zunächst sollen die Spyglass-Gründer Gary Barber und Roger Birnbaum den Vorstandsvorsitz von MGM übernehmen und je vier Prozent von MGM erwerben. Dann wollen sie eine geordnete Insolvenz vorbereiten nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts, das auf schnelle Restrukturierungen abzielt - prominentes Beispiel ist General Motors.
Die Gläubiger wären im Rahmen dieser Plan-Insolvenz offenbar bereit, MGM die Schulden zu erlassen und dafür über 90 Prozent der MGM-Anteile zu erhalten. Diese sollen dadurch aufgewertet werden, dass die Spyglass-Gründer einen Teil ihres Filmarchivs (u.a. "The Sixth Sense", "Bruce allmächtig") auf die "New MGM" übertragen. Zu einem späteren Zeitpunkt schließlich wäre es denkbar, dass MGM mit Spyglass fusioniert.
Die bisherigen Eigentümer von MGM, ein Konsortium aus Sony und mehreren Finanzinvestoren, hatte im Herbst 2009 den Geldhahn zugedreht und seine Verkaufsabsicht bekanntgegeben. Dadurch wurden überlebensnotwendige Projekte wie die "Hobbit"-Filme und der nächste "James Bond" blockiert. Zuletzt war Kaufinteressent Lions Gate im Juli abgesprungen. Der mögliche Retter Spyglass ist in Deutschland kein Unbekannter: Das Studio wurde 1998 mit der Hilfe von Leo Kirch, Silvio Berlusconi und dem Disney-Konzern gegründet. Heute gehört es dem Finanzinvestor Cerberus. (wsj.com, latimes.com, bloomberg.com)

