21.02.2011

Karl-Theodor zu Guttenberg

Verzichtet für immer auf Doktortitel

Bundeskanzlerin Merkel hält an ihm als Minister fest.

Der wegen Plagiatsvorwürfen massiv unter Druck stehende deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will dauerhaft auf seinen Doktortitel verzichten. Dies kündigte er am Montagabend bei einer Wahlveranstaltung im hessischen Kelkheim bei Frankfurt an. "Ich habe mich am Wochenende nochmals mit meiner Doktorarbeit beschäftigt und es war richtig, dass ich gesagt habe, dass ich den Doktortitel nicht mehr führen werde", sagte Guttenberg.

Am Freitag hatte er angekündigt, den Titel vorübergehend nicht mehr führen zu wollen, bis die Universität Bayreuth die Plagiatsvorwürfe geprüft habe. Diese Einschränkung machte er am Montag nicht mehr. "Die Entscheidung, den Doktortitel nicht zu führen, schmerzt." Er wolle mit seiner Entscheidung auch dazu beitragen, dass sein ehemaliger Doktorvater und seine frühere Universität keinen Schaden nähmen, erklärte Guttenberg.

Bundeskanzlerin Merkel hatte am Montag erstmals angedeutet, dass sie an dem Minister auch dann festhalten würde, wenn ihm der Doktortitel aberkannt würde. Für sie sei allein seine Arbeit als Minister entscheidend, und die mache er hervorragend. Sie habe ihn nicht als wissenschaftlichen Assistenten oder Inhaber eines Doktortitels berufen.

Derweil enthüllte "Focus Online" am Montagabend neue Plagiatsvorwürfe: Guttenberg soll demnach für seine Dissertation auch eine Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags vom 25. Oktober 2005 kopiert haben. Das Gutachten trage den Titel: "Die Rolle der USA im europäischen Einigungsprozess bis zum Ende des Ost-West-Konflikts". (sda)


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