04.03.2021

Corona-Hilfe

Zürcher Kulturschaffende erhalten bis 3840 Franken

Unbürokratische Ausfallentschädigung: Zürcher Kulturschaffende sollen einfach an Corona-Hilfsgelder kommen. Franken Corona-Hilfe
Corona-Hilfe: Zürcher Kulturschaffende erhalten bis 3840 Franken
Viele Künstlerinnen und Künstler sind selbständig, können also nicht auf Hilfsinstrumente wie Kurzarbeit oder Härtefallprogramme zählen, sind aber wegen des Shutdowns faktisch mit einem Berufsverbot belegt. (Bild: Pixabay.com)

Zürcher Kulturschaffende sollen für die Monate November 2020 bis Januar 2021 eine pauschale Corona-Ausfallentschädigung erhalten: Maximal 3840 Franken pro Monat können sie beim Kanton beantragen. Davon werden allerdings andere Einkünfte abgezogen.

Für drei Monate gebe es so für einzelne Kulturschaffende insgesamt maximal 9000 Franken, sagte Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP) am Donnerstag vor den Medien. Dabei handle es ich aber nicht um ein Grundeinkommen, sondern eine Ausfallentschädigung. Kulturschaffende hätten diese nötig, da sie weder auf Kurzarbeit noch Härtefallprogramme zählen könnten. 

Die Zeche dafür bezahlt der Kanton Zürich selbst, also ohne Beiträge des Bundes. Das Geld – 8,3 Millionen Franken – stammt aus Rückstellungen, die der Kantonsrat für die Unterstützung der Kultur getätigt hatte. Ab Februar müsste der Kanton dann wieder zum Bundesmodell zurückkehren, wie es an der Medienkonferenz hiess.

Denn: Die restlichen Rückstellungen – 24,5 Millionen Franken – kann der Kanton nicht für sein eigenes Unterstützungsprogramm antasten. Sonst können die Bundesgelder in gleicher Höhe nicht bezogen werden.

Brauchen das Geld, um Schaden abzuwenden

"Diese brauchen wir aber, um den grossen Schaden bei der Kultur abzuwenden", sagte Fehr. Der Kanton Zürich beherberge etwa einen Drittel aller Kulturschaffender des Landes. Fehr hofft darum, dass sich Bundesbern bewegt und mit einer einfacheren Bundeslösung Hand bietet, als dies bisher der Fall ist.

Ansonsten würde viel Geld für eine umständliche Bürokratie verwendet. Im Zürcher Modell beansprucht eine Gesuchsbearbeitung rund eine Stunde. Im Modell des Bundes sind es bis zu fünf Stunden, wie es an der Konferenz weiter hiess.

Das Zürcher Modell hatte im Vorfeld für Knatsch mit dem Bundesamt für Kultur (BAK) gesorgt: Dieses sah es erst als rechtswidrig an. Ende Februar krebste das BAK aber zurück. 

60,5 Millionen flossen 2020 an die Kultur

Von März bis Oktober 2020 hatte der Kanton Zürich Kulturschaffenden und Kulturunternehmen mit insgesamt 60,5 Millionen Franken unterstützt. Die Hälfte des Geldes kam vom Bund. 1698 Unterstützungsgesuche waren eingegangen.

Die höchste ausbezahlte Summe belief sich auf 2,7 Millionen Franken für ein kommerzielles Kulturunternehmen. Den niedrigsten Beitrag heimste ein selbständiger Kulturschaffender ein: 18 Franken. (sda/eh)



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