Bund baut Kampagne gegen häusliche Gewalt aus

Wirz - Das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) ergänzt «Gleichstellung verhindert Gewalt» um einen digitalen Beziehungs-Check sowie Inhalte in Leichter Sprache, Gebärdensprache und acht weiteren Sprachen. Neu können auch Privatpersonen das Material bestellen.

Die nationale Präventionskampagne gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsbezogene Gewalt ist mit einer neuen Welle gestartet. Sie läuft seit November 2025 und wird jeweils im Juni und November weitergeführt. Im Juni wurde die Opferhilfe-Nummer 142 integriert (persoenlich.com berichtete). Entwickelt hat die Kampagne die Zürcher Agentur gemeinsam mit dem EBG sowie einer Allianz aus Bund, Kantonen, Gemeinden und zivilgesellschaftlichen Organisationen. Sie thematisiert frühe Warnzeichen von Gewalt und verweist auf bestehende Beratungsangebote.

Bei der Weiterentwicklung steht die Kampagnenwebsite ohne-gewalt.ch im Fokus. Dort steht neu ein Beziehungs-Check zur Verfügung: Mit sechs Fragen sollen Nutzerinnen und Nutzer mögliche Warnzeichen in Paarbeziehungen erkennen können. Der Check ist anonym und verweist bei Bedarf auf Hilfsangebote. Eine persönliche Beratung ersetze er nicht, heisst es in der Mitteilung.

Gleichzeitig wird das Angebot sprachlich erweitert. Inhalte in Leichter Sprache gibt es auf Deutsch, Französisch und Italienisch. Zentrale Informationen sind zusätzlich auf Albanisch, Arabisch, Bosnisch/Serbisch/Kroatisch/Montenegrinisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch, Türkisch und Ukrainisch verfügbar, die wichtigsten Hinweise zu den Hilfsangeboten auch in Gebärdensprache.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verbreitung. Bisher richtete sich das Kampagnenmaterial an Organisationen. Neu können auch Privatpersonen Plakate, Aufkleber, Ansteck-Buttons und Flyer kostenlos über bundespublikationen.ch bestellen.

Die Kampagne ist Teil der Gleichstellungsstrategie 2030 des Bundes und soll zur Umsetzung der Istanbul-Konvention beitragen. Sie ist mehrjährig angelegt und richtet sich in verschiedenen Phasen an Betroffene und ihr Umfeld. Später sollen auch potenzielle Tatpersonen angesprochen werden. Angaben zu Budget, Mediavolumen und Laufzeit der aktuellen Welle macht die Mitteilung nicht. Auch zur Wirkung der ersten Kampagnenphase werden keine Zahlen genannt. (pd/cbe)