«Es herrschte eine ‹Das packen wir›-Stimmung»

Local.ch-Kampagne - Das digitale Telefonbuch Local.ch positioniert sich neu als grösste Schweizer Buchungsplattform. Am Ostermontag startete die Kampagne «Einfach online buchen». Localsearch-Marketingchefin Vanessa Marr und Samuel Textor, Kreativchef bei Freundliche Grüsse, mit exklusiven Details.

von Christian Beck

Frau Marr, wenn Sie sich irgendwohin beamen könnten, wo würden Sie gerne landen?
Vanessa Marr: In der Zukunft. Ich würde gerne sehen, wie sich die Digitalisierung in unserer Gesellschaft in 50 Jahren entfaltet hat. Des Weiteren würden Informationen rund um den Gesundheitszustand unseres Planeten uns im Hier und Jetzt sicher helfen, bereits heute schneller zu agieren. Und nicht zuletzt bin ich natürlich neugierig, wie sich Local.ch bis dahin weiterentwickelt hat.

Und Sie, Herr Textor, wohin würden Sie sich teleportieren?
Samuel Textor: Da gerade Mittagszeit ist, teleportiere ich mich ins Restaurant La Côte. In dieser Zürcher Institution wurde der Local.ch-Spot mit den drei glatzköpfigen Kellnern gedreht. Dort gibt es die besten Pommes Allumettes – also dünne Pommes Frites – des Universums.


«Einfach online buchen» lautet das Motto der neuen Kampagne von Local.ch (persoenlich.com berichtete). Im Zentrum steht dabei ein riesiger Button. Welches ist die Grundidee dahinter?
Textor: Die Idee ist so einfach wie die Buchungsplattform: Dank dea neuen Local.ch ist das Buchen eines Services – ob Tisch im Restaurant oder Coiffeur-Termin – so einfach wie ein Knopfdruck. Es braucht keine Wartezeiten am Telefon, und alle Dienste sind auf einer Plattform. Da das Logo von Local.ch wie ein Button aussieht, und Bekanntheit der Marke guttut, entstand die Idee vom Local.ch-Button.

Verraten Sie uns: Ist der Button in den Spots animiert oder war der wirklich physisch da?
Textor: Es war eine Kombination aus beidem. Am Dreh wurde ein realer Button verwendet, Animation und Visual Effects wurden in der Postproduktion ergänzt.

Local.ch kennen die meisten vermutlich als das digitale Telefonbuch. Diese Kampagne ist für Sie also der Startschuss der vor einigen Tagen kommunizierten Neupositionierung …
Marr: Local.ch ist im Jahr 2006 erstmals live gegangen und bietet seither zuverlässig Kontaktinformationen zu Privatpersonen sowie Geschäften und Dienstleistungen in der Schweiz. In den letzten Jahren wurde immer wichtiger, dass man Geschäfte nicht nur findet, sondern ihre Dienstleistungen auch gleich buchen kann. Local.ch hat sich dementsprechend weiterentwickelt, was offensichtlich goutiert wird: Mit seinen monatlich 1,7 Millionen Userinnen und Usern zählt Local.ch nach wie vor zu den Top Ten der reichweitenstärksten Schweizer Plattformen. Unter diesen Gesichtspunkten ist für uns die Neupositionierung von Local.ch als die Schweizer Buchungsplattform Nummer eins für KMU und deren Dienstleistungen der konsequente Schritt zum richtigen Zeitpunkt.

«Als Schweizer Plattform sind wir näher an unseren Userinnen und Usern sowie den KMU dran»

Warum sollen Userinnen und User Buchungen auf Local.ch vornehmen und nicht über Google oder gar direkt über die Website des entsprechenden Geschäfts?
Marr: Stellen Sie sich vor, Sie suchen ein kinderfreundliches veganes Restaurant in Zürich am Samstagabend für acht Personen. Dieses können Sie mit dem neuen Local.ch einfach und direkt finden und buchen. Denn mit der «Free Table Search» von Local.ch erhalten Sie auf einen Blick alle Restaurants, die zur gewünschten Zeit noch freie Tische haben. Mit Google ist das nicht möglich. Local.ch bietet dem Nutzer respektive der Nutzerin eine unmittelbare Buchungsmöglichkeit von Schweizer Anbietern aus allen Branchen – von Gastronomie über Beauty und Wellness bis hin zu Handwerkern et cetera. Als Schweizer Plattform sind wir näher an unseren Userinnen und Usern sowie den KMU dran und bringen die nötige Swissness ins Produkt.

Dass man einfach buchen kann, ist ja das eine. Auf der anderen Seite geht es Ihnen sicherlich darum, möglichst viele KMU von Ihrer Idee zu überzeugen.
Marr: Es ist unumstritten, dass Local.ch seit seiner Gründung als digitales Telefonbuch den Schweizer KMU einen substanziellen Mehrwert für ihre digitale Auffindbarkeit und Kontaktierung bietet. Aber natürlich gehen nicht nur die User und Userinnen mit der Zeit, auch unsere Schweizer KMU sind zunehmend gefordert, sich in der digitalen Welt erfolgreich zu behaupten. Das neue Local.ch hilft ihnen dabei, sich nebst ihrer individuellen Präsenz und Buchbarkeit via Webseite auch auf der grössten Schweizer Buchungsplattform einfach und modern sowie im richtigen Suchkontext ihren Kunden und Kundinnen anzubieten.

Textor: Ergänzend kann man sicher auch sagen, dass eine zunehmende Popularität von Local.ch auch den KMU, die darauf ihre Services anbieten, zugutekommt.

Wie tief muss man in die Tasche greifen, um über Local.ch gebucht werden zu können?
Marr: Localsearch bietet heute diverse Produkte für KMU, um auf dem neuen Local.ch und darüber hinaus auffindbar und buchbar zu werden: vom Basis-Gratiseintrag ohne erweitertes Profil bis hin zur Premium-Platzierung mit auffallender visueller Präsenz sowie modernen Online-Buchungsmöglichkeiten speziell für KMU. Aber alles startet mit einem Eintrag auf Local.ch. Stand heute sind über 500'000 Schweizer KMU auf dem neuen Local.ch präsent, davon sind bereits über 155'000 online direkt buchbar.

Drei TV-Spots stehen im Zentrum der Kampagne, die am Ostermontag startete. Warum eigentlich ausgerechnet am Ostermontag?
Marr: Das ist eher zufällig gewählt. Der nationale Relaunch unserer Plattform Local.ch ging am letzten Dienstag live. Die Kampagne startet somit unmittelbar nach dem grossen Produkt-Relaunch und somit direkt nach Ostern (lacht).


Einer der Spots handelt auf einem Fussballplatz. Im Vorgespräch sagten Sie mir, dass der Dreh unter – sagen wir mal – coolen Bedingungen stattgefunden hat …

Textor: Der Dreh des Fussballspots fand im November statt. In der Nacht davor hatte es leicht geschneit, Zürich war aber morgens schneefrei. Als wir dann am Drehort in Winterthur ankamen, war der Fussballplatz mit einer dicken Schneeschicht belegt. So haben kurzerhand die gesamte Crew, Kunde und Agentur den Rasen – zum Glück Kunstrasen – mit Muskelkraft und Schaufeln vom Schnee befreit.

Wäre eine Verschiebung des Drehtags oder Verlagerung in ein Studio nicht einfacher gewesen?
Textor: Einfacher vielleicht schon. Aber es herrschte eine «Das packen wir»-Stimmung, und so waren alle dazu bereit, gemeinsam zu schaufeln. Zudem wäre eine Verschiebung auch finanziell und ökologisch nicht gut gewesen – Equipment und Crew waren alle schon vor Ort. Es hätte noch die Option gegeben, mit rotem Ball auf Schnee zu spielen, aber das wollten wir nicht. Und siehe da – die Sonne kam raus.

Marr: Auch uns vom Localsearch-Marketingteam hat diese einmalige «Das packen wir»-Atmosphäre beeindruckt. Wie pragmatisch alle Beteiligten unter diesen aussergewöhnlichen Umständen gehandelt haben, war bemerkenswert. Bereits nach einer Stunde war der Rasen vom Schnee befreit. Diese Räumungsaktion war gewiss nicht die einfachste, sicher aber die beste Lösung. Wir werden diesen intensiven Drehtag besonders in Erinnerung behalten, haben wir doch so etwas noch nie erlebt.

Gab es noch andere Pannen, ausser der Fehlplanung von Petrus?
Textor: Eigentlich nicht. Bemerkenswert war sicherlich, dass der Chef des La Côte beim Restaurantdreh die Laiendarsteller als echte Kellner anzuheuern versucht hat.

Sie sagen es: Die Protagonistinnen und Protagonisten in den Spots sind Laien. Warum wollten Sie keine Profis in den Schauspielrollen?
Textor: Der Regisseur Jonas Meier arbeitet fast nur mit Menschen aus dem Freundeskreis oder spricht spontan Leute auf der Strasse an, die für gewisse Rollen geeignet scheinen. Natürlich wird danach intensiv geprüft, ob auch das Schauspieltalent stimmt.

«Wir schätzen ihre Originalität, den unverwechselbaren Stil»

Die Spots wurden umgesetzt von der Filmproduktionsfirma Zweihund. Wie überzeugten die Winterthurer Sie?
Textor: Wir haben seit über zehn Jahren – seit unseren und ihren Kinderschuhen – schon viele tolle Filme zusammengedreht. Wir schätzen ihre Originalität, den unverwechselbaren Stil. Als wir die Idee hatten, war für uns klar – das müssen die Wilden aus Winterthur machen. Zumal es ein schöner Challenge für sie war, in so kurzen Spots die Geschichte erzählen zu müssen.

Und wie war die Zusammenarbeit zwischen Local.ch und der Agentur Freundliche Grüsse?
Marr: Unsere kreative Zusammenarbeit mit Freundliche Grüsse besteht bereits seit mehreren Jahren sehr erfolgreich. So konnten wir zum Beispiel die erste Schweizer E-Commerce-Lösung «MyCommerce» speziell für KMU Mitte 2019 mittels nationaler Medienkampagne in sehr stimmiger Zusammenarbeit einführen. Die Kreativität und Professionalität von Freundliche Grüsse in der Kommunikation schätzen wir dabei besonders hoch.

Textor: Das Localsearch-Team rund um Vanessa Marr ist zum Glück sehr aufgeschlossen, was Ideen betrifft, ohne die Performance aus den Augen zu verlieren. Eine seltene Kombination. So können wir uns auf die kreative Arbeit konzentrieren und haben das Localsearch-Team als Sparringspartner für die optimale Ausspielung der Kampagne zur Seite.

Wie erwähnt: Im Zentrum stehen TV-Spots. Wo werden diese überall ausgespielt?
Marr: Auf allen grossen privaten und öffentlich-rechtlichen TV-Sendern in der ganzen Schweiz.

Und kommt die Kampagne auch noch auf anderen Kanälen?
Marr: Die TV-Kampagne wird durch eine schweizweite Onlinekampagne mit Video, SEA, Social Media und Display Advertising ergänzt. Ganz nach dem Motto: TV und Online – das perfekte Duo.

Zum Schluss dieses Interviews: Auf welchen Button drücken Sie als nächstes?
Marr: Da wir mit Search.ch, Renovero.ch, Anbieter-vergleich.ch und Localcities.ch noch weitere Schweizer Plattformen betreiben, drücke ich als nächstes noch auf viele spannende Buttons.

Textor: Ich drücke auf Mycommerce.ch und bastle mir einen Onlineshop für Ideen, die umgesetzt werden.