Die Schweiz hat punkto Digitalisierung im Schweizer Gesundheitswesen noch Luft nach oben. Inwiefern hat dieses Bewusstsein in der Bevölkerung die Kampagnenarbeit für das elektronische Patientendossier (EPD) beeinflusst?
Wir alle sind in sehr vielen Bereichen des Lebens bereits selbstverständlich digital unterwegs, auch im Gesundheitswesen. Beim elektronischen Patientendossier wird nicht digitalisiert um der Digitalisierung willen, sondern für eine erhöhte Patientensicherheit und eine qualitativ hochstehende medizinische Behandlung. Das ist im Sinne von uns allen.
Mit der aktuellen Kampagne wollen Sie Gesundheitsfachpersonen ansprechen. Welche konkreten Ziele wurden für diese ersten Massnahmen definiert?
Die Unterstützung durch die Gesundheitsfachpersonen ist fundamental, damit das EPD auch in der Bevölkerung Anklang findet. Sie sollen sehen, dass das EPD da ist, es losgehen kann – und, dass das Gesundheitswesen gemeinsam an der Transformation hin zu digitalen Anwendungen arbeitet. Wir wollen zudem spezifisch den Wissensstand zu den Vorteilen und Funktionen des EPD erhöhen und darauf hinwirken, dass sich noch mehr Gesundheitsfachpersonen informieren, ihr Team fit machen, sich anschliessen und das EPD ihren Peers sowie ihren Patientinnen und Patienten weiterempfehlen.
Der Kampagnen-Claim lautet «Das EPD wirkt». Warum ist diese Botschaft besonders treffend?
Wir haben ein hochstehendes Gesundheitssystem, Spitzenmedizin und erstklassige Gesundheitsfachpersonen. Das wirkt. Noch besser wirkt, wenn wir die relevanten Gesundheitsinfos digital abgelegt und jederzeit abrufbereit haben. Mit dem EPD holen wir die Gesundheitsinfos zu uns und können diese darum überall und jederzeit weitergeben – sofern wir das wollen. So entsteht ein effektives und effizientes Zusammenspiel zwischen Patientinnen und Patienten und Gesundheitsfachpersonen. Ein gesicherter Austausch unserer Gesundheitsinfos, der wirkt, weil er eine bessere Behandlung ermöglicht.
Auf den Sujets sind reale Fachpersonen zu sehen, die sich positiv zum EPD äussern. Warum ist diese Art von Werbung besonders zielführend?
Das ist für uns ein zentrales Element. Und es freut uns auch, dass wir schnell so gute Testimonials gefunden haben, die vom EPD überzeugt und auch bereit sind, ihre Einstellung mit den Peers zu teilen. Testimonials dienen als Social Proof und verleihen der Kampagne noch mehr Glaubwürdigkeit.
Am Freitag haben das Bundesamt für Gesundheit (BAG) und Farner die Fachpresse über die aktuelle Kampagne informiert. Ihr Mandat für das EPD umfasst auch die Medienarbeit. Mit welcher Strategie gehen Sie diese bei den Publikumsmedien an?
Das EPD hat je nach Lebenssituation und Gesundheitszustand andere Vorteile und Funktionen für Patientinnen und Patienten. Dies nehmen wir in der Kampagne für die Bevölkerung auf. Ich will noch nicht zu viel verraten. Aber ich kann sagen, dass wir auch hier mit Fokuszielgruppen arbeiten und auf Content-Partnerschaften und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren setzen werden.
Im Jahr 2024 soll die breite Bevölkerung angesprochen werden. Ohne etwas vorwegzunehmen – was wird bei dieser Kampagne wichtig sein für den Erfolg?
Es ist wichtig, dass wir vorher die Gesundheitsfachpersonen erreichen und diese vom EPD überzeugt sind. Je mehr Gesundheitsfachpersonen angeschlossen sind und das EPD auch aktiv nutzen, desto mehr Vorteile bringt das den Patientinnen und Patienten.