21.08.2022

Aktion gegen Menschenhandel

Zehn NGOs wollen mit Kampagne sensibilisieren

Die Heilsarmee, die EVP oder die Christliche Ostmission machen auf den Menschenhandel aufmerksam. Im Spot zu sehen sind eine Prostituierte, eine Putzfrau und ein Bauarbeiter.

Weltweit sind rund 40 Millionen Menschen versklavt – so die Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Jedes Jahr werden etwa 2,5 Millionen Menschen neu Opfer von Menschenhandel – Hunderte davon auch in der Schweiz. Um den Opfern eine Stimme zu geben, haben sich zehn Schweizer NGOs für die bisher grösste Multichannel-Kampagne ihrer Art zusammengeschlossen.

Nun macht ein Zusammenschluss aus NGOs auf auf die Misstände aufmerksam – mit TV-Spots, E-Boards, einer Website, Social-Media-Beiträgen, einem Blog oder Flyern. Als Höhepunkte sind eine nationale Medienkonferenz im Bundeshaus und am 24. September 2022 eine Grosskundgebung auf dem Bundesplatz in Bern geplant. 

Moderne Sklaverei und Menschenhandel hat insbesondere mit dem Krieg in der Ukraine eine traurige Aktualität erlangt: Das Bundesamt für Flüchtlinge (SEM) warnt wegen des Ukraine-Kriegs vor Menschenhandel bei Flüchtlingen. Vor allem während der Flucht und in der Zeit nach der Ankunft in den Aufnahmeländern sind Frauen gefährdet, Opfer von Menschenhandel zu werden.

Nebst der bekannten sexuellen Ausbeutung im Rotlichtmilieu treten vermehrt Fälle von Menschenhandel in anderen Bereichen der Arbeit wie in Putzinstituten, im Gastgewerbe, im Bausektor und in der Landwirtschaft auf. «Die Schweiz ist keine heile Welt. Wir sensibilisieren und mobilisieren die Schweizer Bevölkerung für das Thema Menschenhandel. Sexuelle Ausbeutung und Arbeitsausbeutung geschieht mitten unter uns. Menschenhandel ist moderne Sklaverei hier in der Schweiz», umschreibt Ueli Haldemann als Kampagnenleiter das Ziel der Aktion in einer Mitteilung. Die Kriminalität in der Schweiz nehme zu, wenn Menschenhandel nicht bekämpft wird. 

Breit abgestützte Kampagne
Die ganze Kampagne basiert auf der neuen Website gegen-menschenhandel.ch. Dort werden alle wichtigen Informationen, ein Blog, ein extra komponierter Song «Schweigen darf nicht sein», die Medienmitteilung und Bilder gehostet. Die Mobilisierung erfolgt via direkte Kanäle mit NGO’s und Organisationen: Neben den zehn offiziellen Partnern haben auch viele weitere Organisationen ihre ideelle Unterstützung zugesagt.

Die Sensibilisierung geschieht via Soziale Medien: Dort kommen YouTube, Facebook und Instagram zum Einsatz. Es nutzen viele Personen ihre Social-Media Accounts, um Texte zu verbreiten und die Kampagne mit Grosskundgebung bekannt zu machen. Seit dem 19. August 2022 breit sichtbar wird der TV-Spot: Er läuft sechs Wochen lang auf SRF 1 und 2 sowie auf ausgewählten Regionalsendern.

Diese Spots werden gekürzt in den acht grössten Bahnhöfen der Schweiz – Bern, Basel, Biel, Luzern, Olten, St. Gallen, Zug und Zürich – vom 18. bis 24. September 2022 auf den auf E-Boards der APG gezeigt. 

Grosskundgebung auf dem Bundesplatz
Opfer von Menschenhandel werden oftmals nicht als solche identifiziert. Es braucht mehr Ressourcen für eine Sensibilisierung der Institutionen und der Öffentlichkeit über Menschenhandel. Angesichts der unhaltbaren Situation haben sich zehn Organisationen entschlossen, eine breit angelegte Kampagne für den Kampf gegen Menschenhandel durchzuführen. Darunter sind die Heilsarmee, die EVP oder die Christiliche Ostmission.

Ziel sei es, Schweizerinnen und Schweizer über die Lage zu informieren, sie für die Problematik zu sensibilisieren und aufzuzeigen, wie sie sich für den Kampf gegen den Menschenhandel engagieren können, heisst es in der Mitteilung weiter. Denn nicht nur die Opfer, sondern auch die Täter leben mitten unter uns. Als Höhepunkt der Kampagne findet am Samstag, 24. September 2022, eine öffentliche Grosskundgebung auf dem Bundesplatz in Bern statt.

Verantwortlich bei Kampagne gegen Menschenhandel: Ueli Haldemann (Kampagnenleiter), Béatrice Käufeler und Barbara Inäbnit (Projektleiterinnen), Gallus Tallheimer (Projektleiter). Verantwortlich bei Agentur b-public: Markus Baumgartner (Kommunikationskonzept, Content, Mediensprecher), Christian Winiker (Content). Verantwortlich bei Agentur A4: Patrik Frei (Regie), Brigitte Frei (Konzeption). Verantwortlich für TV-Spot-Produktion: Joël Brunner (Produktion), Kevin Staub (Kameraassistent), Stefanie Colombo (Maskenbildnerin), Magnolia Joe Good, Sabi Ingold, Gjergj Berisha (Schauspieler/innen). Verantwortlich für den Song: Ueli Haldemann (Text), Matthias Heimlicher (Musik und Produktion), Patrik Frei (Videoproduktion). (pd/wid)


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