Detailhändlern wird Greenwashing vorgeworfen

Migros / Coop - Laut Greenpeace sind die grünen Werbeslogans von Coop und Migros undurchsichtig. In Kritik steht das Fehlen von klaren Referenzen und Erklärungen zu den in der Werbung verwendeten Begriffen und Daten.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat den Grossverteilern Migros und Coop Schönfärberei in Bezug auf ihren Umweltschutz vorgeworfen. Begriffe wie «nachhaltig», «natürlich» oder «klimaneutral» werden, wie Barbara Wegmann von Greenpeace gegenüber der SonntagsZeitung sagt, einfach so in den Raum gestellt, ohne klarzumachen, was diese genau bedeuten.

In der Werbekampagne der Migros fehle es etwa an Referenzwerten. «Wie viel Prozent der Filialen bieten Unverpacktes an? Und wie gross ist der Anteil pflanzlicher Alternativen im Vergleich zum Fleischsortiment und dessen Umsatz?», fragt Barbara Wegmann. Diese Art der Kommunikation gehe in Richtung Greenwashing.

Die Kundinnen und Kunden in der Schweiz sind ohnehin skeptisch, wenn es um grüne Versprechen auf den Produkteverpackungen geht. Das zeigt eine repräsentative Umfrage von Greenpeace. Nur 25 Prozent der über 1000 Befragten schätzen grüne Werbeversprechen der Industrie als eher oder gänzlich glaubwürdig ein. 36 Prozent sind skeptisch oder halten die Aussagen für unglaubwürdig.

Coop und Migros wiesen die Vorwürfe von sich. Coop informiere im Nachhaltigkeitsbericht transparent über die Massnahmen. Migros drucke auf ihre Produkte eine Skala, die aufzeige, wie nachhaltig ein Produkt sei. (sda/pd/yk)