«Gut sehen und hören ist zentral»

Misenso - Das Fachgeschäft der Migros für Optik und Hörakustik gilt als der am schnellsten wachsende Optiker der Schweiz. Nun wurde eine Eigenmarke kreiert, und die Kampagne dazu kommt von Freundliche Grüsse. Marketingleiterin Désirée Poffet über Design, Durchblick und Dutti.

von Christian Beck

Frau Poffet, in welcher Situation haben Sie gerne den Durchblick?
Bei der sauberen sowie effektiven Planung der Marketingaktivitäten und natürlich auch bei der Messung der Wirksamkeit von Massnahmen.

Misenso, eine Optikerkette der Migros, hat die Kommunikation hochgefahren (persoenlich.com berichtete). Was macht Misenso besser als andere?
Wir sind in der Kommunikation anders als andere und tragen die Identität der Migros mit. Wir sind direkt im Migros-Supermarkt integriert, und das ermöglicht uns, die Kundinnen und Kunden während ihrem täglichen Einkauf mit unseren Botschaften zu erreichen. Die Aufmerksamkeitsspanne ist kurz, deshalb sind unsere Headlines knapp und knackig, begleitet von einer starken Designsprache.

Misenso wurde bereits im Jahr 2020 gegründet. Warum dauerte es weitere drei Jahre, bis man überhaupt etwas von dieser Marke hörte?
Misenso ist für Kundinnen und Kunden dann relevant, wenn es im nahen Umfeld ein Fachgeschäft von uns gibt. Innert gut 2,5 Jahren sind in der ganzen Schweiz 16 Standorte eröffnet worden. Zusammen mit unserer Hausagentur Freundliche Grüsse haben wir ein effektives Kommunikationskonzept erarbeitet, das unsere Ressourcen schont und Streuverlust vermeidet. Dabei werben wir regional und wollen die Menschen vor Ort erreichen. Denn der Besuch beim Optik- oder Akustik-Fachgeschäft braucht Vertrauen.

Es heisst, Misenso sei der am schnellsten wachsende Optiker der Schweiz. Weshalb haben Sie es jetzt so eilig?
Unser Ziel: Brillen und Hörgeräte für alle. Wir möchten gutes Sehen und Hören der breiten Bevölkerung in der Schweiz zugänglich machen, ganz im Sinne von Dutti und der Gesundheitsstrategie der Migros. Wenn die Migros etwas macht, dann macht sie es richtig und vor allem für alle Kundinnen und Kunden sowie zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Deshalb ist es wichtig, dass wir mit der Expansion viele Menschen erreichen können.

16 Filialen gibt es mittlerweile. Inwiefern trägt die Kommunikation zum schnellen Wachstum bei?
Die klare Kommunikation hilft uns, eine eigene Identität und damit Vertrauen aufzubauen. Die Expansion wird aber primär durch die Standortwahl getrieben. Die Kommunikation fördert das Wachstum des einzelnen Standortes, indem mehr Menschen von uns erfahren und dadurch die Frequenzen und die Nutzung unseres Angebotes gesteigert werden.

Misenso wird als Fachgeschäft bezeichnet. Gleichzeitig wird mit erschwinglichen Brillen geworben. Warum bezeichnen Sie sich nicht als Optiker-Discounter?
Für uns steht nicht nur der Preis, sondern vor allem auch die Qualität im Zentrum. Wir möchten hochwertige Produkte zu fairen Preisen anbieten. Beispielsweise besteht unsere neue Eigenmarken-Kollektion «misenso» aus Bio-Acetat, ist biologisch abbaubar, von Hand verarbeitet und Schweizer Design. Dies alles zu einem Preis von 150 Franken pro Fassung.

«Designerbrillen von uns für alle», heisst es auf den Werbemitteln. Kopieren Sie bekannte Marken?
Gemeinsam mit unserem Brillendesigner, der übrigens international in der Optik-Branche tätig ist, haben wir eine Kollektion kreiert, die für alle zugänglich sein soll. Dafür haben wir uns an aktuellen Trends orientiert und die Erfahrungen unserer Optikerinnen und Optiker einfliessen lassen. In den Kampagnen-Headlines spielen wir bewusst mit einem Augenzwinkern auf grosse, bekannte Designer-Brands an.

Die Kampagne – und das ist das Besondere – kommt ohne Gesichter aus, sondern stellt die Brillenfassungen ins Zentrum. Warum?
Wir wollen uns von der Konkurrenz abgrenzen, die immer auf Gesichter setzt. Zudem befinden wir uns an einzigartiger Lage, nämlich direkt im Migros-Supermarkt, mitten auf der Non-Food-Fläche. Und in der Migros stehen die Produkte und das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis im Zentrum. So ist es auch bei uns. Die Gesichter der Marke sind dann unsere Expertinnen und Experten, die im Fachgeschäft individuell beraten.

Wo überall wird die Kampagne zu sehen sein?
Gemeinsam mit der Agentur Freundliche Grüsse haben wir den geeigneten Mix ausgearbeitet, um die Eigenmarken-Kollektion bekannt zu machen – immer im Umfeld der Fachgeschäfte. Zudem haben wir den grossen Vorteil, dass wir die Touchpoints der Migros in den Filialen nutzen können. Dazu gehören: Instore TV, Shelf Space Marketing und Pendelbock-Plakate. Digital wird die Kampagne auf Social Media ausgespielt und auf unserer Website. Zusätzlich schalten wir Inserate und versenden Direct Mailings.

«Es kommen laufend neue Fachgeschäfte hinzu»

Wie geht es die nächsten Monate weiter mit der Kampagne? Folgt noch mehr?
Es kommen laufend neue Fachgeschäfte hinzu. Bald können wir nationale Kampagnen fahren – wenn die Filialdichte gross genug ist. Die Eigenmarken-Kollektionen sind unser Herzstück. Das Sortiment wird ständig um neue Modelle ergänzt – begleitet von weiteren Kampagnen.

Zurück zu Ihnen: Tragen Sie eigentlich auch eine Brille?
Natürlich, bei Misenso gekauft. Es ist eine Panto-Brille – im Harry-Potter-Stil – aus Metall in der Farbe Matt-Gold. Manchmal trage ich aber auch Kontaktlinsen. Ich freue mich jetzt darauf, eine neue Brille aus unserer eigenen Kollektion auszusuchen. Ich liebäugle bereits mit einem Modell, das mir besonders gut gefällt.

Was ist für Sie die Faszination, für die Optikerbranche zu arbeiten?
Es ist für mich sinnstiftend, dass ich mit meiner Arbeit dazu beitragen kann, die Lebensqualität von Menschen zu verbessern. Denn gut sehen und hören ist zentral, um das Leben geniessen zu können. Mir gefällt, dass Misenso die Werte der Migros weiterträgt. Gemeinsam mit dem Team von Misenso freue ich mich auf alles, was kommt.