14.08.2013

Provozierende Werbung

Sixt-Chef entschuldigt sich bei Gustl Mollath

Als Werbesujet missbraucht und herabgewürdigt.

Der deutsche Gustl Mollath ist nach einer umstrittenen siebenjährigen Zwangsunterbringung in der Psychiatrie im August wieder entlassen worden. Der Autovermieter Sixt hat dies zum Anlass genommen, ein neues Werbe-Sujet zu kreieren, welches mit einem Bild von Mollath und dessen vermeintlicher Aussage "Wenn hier jemand verrückt ist, dann der Sixt mit seinen Preisen", versehen ist. Die Empörung über diesen Scherz war laut Focus Online gross und der Geschäftsführer des Unternehmens, Erich Sixt, entschuldigte sich in einem Brief persönlich beim Werbe-Opfer. 

"Sixt stehe seit jeher für eine provokante und polarisiende Werbung, die aktuelle Sachverhalte in satirischer Form aufgreife", zitiert Focus Online das Unternehmen. Bei dieser Art des Werbens solle jedoch grundsätzlich niemand in seinen persönlichen Gefühlen oder in seiner Würde verletzt werden. Da die Werbeanzeige diesem Prinzip nicht entspreche, werde sie nicht weiterverbreitet.

Beschwert hatten sich etliche Leute ebenfalls beim Deutschen Werberat. Mollath und sein Anwalt hatten ihrerseits rechtliche Schritte gegen Sixt angekündigt.

Doch nicht nur das Werbemotiv an sich, sondern auch dessen halbseitige Platzierung in der "Süddeutschen Zeitung" sorgte bei den Bürgern für Verärgerung, wie "W&V" schreibt. Auf die Entschuldigung von Sixt an Mollath folgte eine der SZ an ihre Leserschaft: "Nicht wenige der Leserinnen und Leser, die in unserer Zeitung über den Fall Mollath ausgiebig informiert wurden, sind der Meinung, die Redaktion hätte den Abdruck dieser Anzeige verhindern sollen und müssen. Dazu ist zu sagen: In der Süddeutschen Zeitung sind das Anzeigengeschäft und die Redaktion strikt getrennt," diszanziert sich die Redaktion der Tageszeitung von dem Vorfall. (lf/Bild: Screenshot Sixt)

 

 

 


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