Nach zwei rückläufigen Jahren soll sich der Black-Friday-Umsatz im Schweizer Non-Food-Detailhandel stabilisieren. Das prognostiziert Blackfridaydeals.ch in einer am Montag verschickten Mitteilung. Innerhalb des Gesamtvolumens verschieben sich die Anteile weiter. Online soll der Umsatz um 10 auf 130 Millionen Franken steigen, im stationären Handel um 10 auf 320 Millionen Franken sinken.
Bereits für 2025 hatte Blackfridaydeals.ch 450 Millionen Franken prognostiziert (persoenlich.com berichtete). Die eigene Hochrechnung bestätigte den Wert Anfang Dezember: rund 10 Millionen weniger als im Vorjahr, bei rückläufigem stationärem Geschäft und stagnierendem Onlinehandel.
Unabhängige Daten zeichnen für das Vorjahr ein ähnliches, aber differenzierteres Bild. Gemäss dem Monitoring Consumption Switzerland der Universität St. Gallen lag der Umsatz am Black Friday 2025 rund 5 Prozent unter dem Vorjahr, über die ganze Aktionswoche blieb er weitgehend unverändert. Der Onlineanteil am Black Friday blieb gegenüber dem Vorjahr stabil. Eine Studie des Gottlieb Duttweiler Instituts stellte zudem die Rentabilität infrage. Fast drei Viertel der gekauften Produkte wären demnach ohnehin benötigt worden. Dem geschätzten Zusatzumsatz von 196 Millionen Franken standen Rabattkosten von 291 Millionen Franken gegenüber, unter dem Strich ein Minus von rund 100 Millionen Franken für die Händler.
Gemäss einer Umfrage von Demoscope im Auftrag des Portals Blackfridaydeals.ch plant knapp ein Drittel der Bevölkerung, am Black Friday einzukaufen. Bei den 15- bis 34-Jährigen ist es mehr als die Hälfte. Rund die Hälfte der Käuferinnen und Käufer will in erster Linie Dinge kaufen, die sie ohnehin benötigt. Knapp ein Viertel tätigt vorwiegend zusätzliche Käufe, ein weiteres Viertel beides. Demoscope hat vom 16. bis 28. September 1013 Personen befragt, die Fehlermarge beträgt plus/minus 3,1 Prozentpunkte.
«Zahlreiche Haushalte stehen wegen der steigenden Krankenkassenprämien und der allgemein hohen Lebenshaltungskosten unter Druck», lässt sich Julian Zrotz, der Blackfridaydeals.ch betreibt, in der Mitteilung zitieren. Für Händler werde es deshalb wichtiger, auch online präsent zu sein.
Singles Day verliert an Bedeutung
Für den Singles Day vom 11. November erwartet das Portal einen Rückgang um 5 auf rund 65 Millionen Franken. Im Vorjahr hätten chinesische Plattformen wie Temu, AliExpress oder Shein den Rückzug vieler Schweizer Händler noch kompensiert. Nun bieten laut Mitteilung immer weniger Schweizer Shops spezifische Aktionen an. Sie konzentrieren sich auf den Black Friday, den einige inzwischen auf bis zu zwei Wochen ausdehnen.
Beim Cyber Monday vom 30. November fällt die Einschätzung anders aus als vor einem Jahr. Damals hatte das Portal einen Rückgang um fünf Millionen auf 75 Millionen Franken erwartet. Nun rechnet es mit einem Plus auf rund 80 Millionen Franken. Da der Tag fast ausschliesslich online stattfinde, profitiere er von der Verlagerung der Einkäufe ins Netz. (pd/cbe)