27.10.2025

Black Friday

Schweizer Händler erwarten Umsatzrückgang

Den grössten Shopping-Tag der Schweiz gibt es seit zehn Jahren – doch die Euphorie schwindet. Experten rechnen für 2025 mit sinkenden Umsätzen.
Black Friday: Schweizer Händler erwarten Umsatzrückgang
Black Friday 2024 in Zürich. (Bild: Keystone/Til Bürgy)

Zehn Jahre ist es her, dass Manor den Black Friday in die Schweiz brachte. Was 2015 als Experiment eines einzelnen Händlers begann, entwickelte sich zum wichtigsten Shopping-Event des Landes. Doch zum Jubiläum trüben sich die Aussichten ein: Für den Black Friday am 28. November erwarten Branchenkenner einen Umsatz von rund 450 Millionen Franken im Non-Food-Detailhandel – zehn Millionen weniger als im Vorjahr.

Vom Rabattrausch zur Ernüchterung

Der Start war spektakulär: Manor erzielte 2015 am Black Friday das Dreifache eines normalen Tagesumsatzes. Ein Jahr später zogen zahlreiche Wettbewerber nach. «Die ersten Black Friday-Aktionen waren wirtschaftlich nicht immer sinnvoll, halfen aber, das Shopping-Event in der Schweiz zu etablieren», kommentiert Julian Zrotz von blackfridaydeals.ch.

In den Folgejahren überboten sich Händler mit spektakulären Angeboten – von halbpreisigen Tankfüllungen bis zum Halbtax-Abo zum halben Preis. Die Corona-Pandemie verstärkte den Trend zum Online-Shopping zusätzlich. 2020 und 2021 erreichte der Black Friday seine Umsatzhöhepunkte.

Seither verliert der einzelne Tag jedoch an Bedeutung. Händler verteilen ihre Rabattaktionen zunehmend über den gesamten November – ein «Black November» mit Aktionswochen rund um Singles Day, Black Friday und Cyber Monday. Der Umsatz verschiebt sich von einem Tag auf mehrere Wochen.

Wirtschaftliche Unsicherheit bremst Kauflust

Eine repräsentative Umfrage von Demoscope im Auftrag von blackfridaydeals.ch zeigt: Rund jeder zehnte Konsument plant, 2025 am Black Friday weniger auszugeben als im Vorjahr. Nur wenige wollen mehr einkaufen. Als Gründe nennen Experten den starken Schweizer Franken und die wirtschaftliche Unsicherheit, die besonders grössere Anschaffungen beeinflussen.

Der sogenannte Singles Day am 11. November – weltweit das grösste Shopping-Event – konnte sich in der Schweiz bislang kaum durchsetzen. Die Zahl beteiligter Schweizer Händler ist sogar rückläufig. Stattdessen dominieren chinesische Plattformen wie AliExpress, Temu und Shein das Geschehen.

Ein möglicher Wendepunkt: die geplante Übernahme von MediaMarkt durch den chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com könnte dem Singles Day künftig neuen Schwung verleihen. Für 2025 erwarten Experten trotz rückläufiger Beteiligung Schweizer Händler einen leichten Anstieg des Online-Umsatzes auf rund 70 Millionen Franken – dank des Wachstums chinesischer Plattformen.

Cyber Monday: Abgesang statt Höhepunkt

Der Cyber Monday am 1. Dezember bildet traditionell den Abschluss der Rabatttage. Doch das ursprünglich auf Online-Handel und Elektronik fokussierte Event aus den USA etabliert sich in der Schweiz nur zögerlich als eigenständiger Shopping-Tag. Meist verlängern Händler ihre Black-Friday-Angebote einfach bis zum Wochenstart.

Für 2025 rechnen Branchenkenner mit einem Umsatzrückgang auf rund 75 Millionen Franken im Non-Food-Online-Handel – fünf Millionen weniger als im Vorjahr. Besonders der Verkauf nicht-essenzieller Produkte wie Unterhaltungselektronik leide unter sinkendem Konsumenteninteresse und wirtschaftlichen Unsicherheiten. (pd/nil)


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