10.06.2026

New Zurich

Wirtschaftliche Vision für Boomregion

Siedlungsstrategie rund um den Flughafen Zürich nimmt konkrete Formen an. Initiant ist die FRZ Flughafenregion Zürich. Dabei will man nicht politisch agieren.
New Zurich: Wirtschaftliche Vision für Boomregion
Stadt- und Regionalstratege Thomas Sevcik, Peter Spörri, Stadtpräsident von Wallisellen, Rahel Kindermann Leuthard, Geschäftsführerin FRZ und André Ingold, Stadtpräsident Dübendorf und Präsident FRZ. (Bild: persoenlich.com/ma)

Die Region rund um den Flughafen Zürich dürfte einer der dynamischsten Plätze Europas sein. Innerhalb eines halben Jahrhunderts ist aus einer bäuerlich geprägten Landschaft eine Boomregion geworden, die wohl in dieser Form europaweit einzigartig ist. Auf Anregung der FRZ Flughafenregion Zürich, Wirtschaftsnetzwerk & Standortentwicklung, zu dem 14 Städte und Gemeinden sowie 850 Unternehmen zusammengeschlossen sind, soll der Wirtschaftsraum mit seinen 300'000 Einwohnern und 200'000 Arbeitsplätzen einer einheitlichen Entwicklungsstrategie unterworfen werden. 

Ziel des ehrgeizigen Projekts sei es, die wirtschaftliche Dynamik, die hohe Lebensqualität und internationale Vernetzung zu vereinen. Titel der Vision: «New Zurich». An einer Pressekonferenz wurde das Projekt am Dienstag erstmals präsentiert, sinnigerweise in «The Hall», jener Event- und Konzerthalle, die sich im boomenden Dübendorf unmittelbar an der Stadtgrenze zu Zürich befindet und auch als «Konkurrent» des Hallenstadions betrachtet wird.

Zeit ist reif

André Ingold, Stadtpräsident von Dübendorf und Präsident der FRZ Flughafenregion Zürich, betonte mehrfach, dass es sich bei «New Zurich» keineswegs um ein politisches Projekt handle, sondern vielmehr um eine strategische Perspektive, um die Stärken der Region besser hervorzuheben und aufeinander abzustimmen. So soll «New Zurich» keine Konkurrenz zur Wirtschaftsmetropole Zürich darstellen, sondern – so Ingold – diese vielmehr ergänzen. Die Zeit sei einfach reif, um über ein gemeinsames weiteres Vorgehen nachzudenken, so Rahel Kindermann Leuthard, Geschäftsführerin von FRZ Flughafenregion Zürich. Dass die Idee eines einheitlichen und verdichteten Wirtschaftsraums im Norden der Stadt Zürich durchaus ihren Reiz hat, bewies das grosse Medieninteresse bei der Pressekonferenz. Dass es sich beim vorgestellten Projekt keineswegs um ein Luftschloss handelt, beweist alleine schon die Tatsache, dass beispielsweise Zurich Tourismus eine bezahlte Partnerschaft mit New Zurich eingegangen ist und gewillt ist, in der Flughafenregion auch eigene Veranstaltungen durchzuführen.

Eigener Bezirk

Raumplaner Thomas Sevcik, der massgeblich für die Studie verantwortlich ist, betonte,  Ziel seiner Tätigkeit sei es, dass die Flughafenregion künftig als einheitliches Gebilde wahrgenommen werde. Er verstehe New Zurich nicht als neue Stadt, sondern – als Fernziel – eher als eigenen und neuen Bezirk. Tatsache sei, dass die Region rund um den Flughafen zu einem dritten wirtschaftlichen Ballungszentrum neben den Städten Zürich und Winterthur herangewachsen sei. Dass es sich dabei um mehr als nur eine intellektuelle Gedankenübung handelt, zeigt sich schon darin, dass die Grenzen von New Zurich und der beteiligten Ortschaften bereits definiert sind. So habe es bei den Gemeinden Regensdorf und Uster Diskussionen gegeben, so Sevcik, man habe aber auf deren Aufnahme verzichtet, dass sie geografisch nicht zum Flughafen ausgerichtet seien. Wallisellens Stadtpräsident Peter Spörri betonte, dass man künftig auch Grenzen neu denken müsse. So habe es in Vergangenheit zwischen den Nachbargemeinden Wallisellen und Dübendorf wenig Gemeinsames gegeben, dies habe sich in den letzten Jahren aber massiv geändert, was zweifelsohne den Bewohnern und der ganzen Region zugutekommen. Ob politisch oder nicht: das spannende Wachstumsprojekt wird zweifelsohne noch zu reden geben. (ma)


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