120 Filme aus 15 Länder werden an den 5. Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur gezeigt. Zum zweiten Mal wird ein internationaler Wettbewerb durchgeführt, an dem 45 Kurzfilme teilnehmen, acht davon aus der Schweiz. Das Winterthurer Kurzfilm ist um einen Tag auf vier Tage ausgedehnt worden. Es startet am kommenden Donnerstag. Das diesjährige Gastland ist Schweden. Satirische Kurzfilme aus der DDR bilden ein Spezialprogramm.
Im Wettbewerb werden "die besten internationalen Kurzfilme der letzten zwei Jahre" gezeigt, wie Mitorganisator Matthias Brütsch am Montag vor den Medien erklärte. Zu sehen seien alle Genres und Formate. Etwa zwei Drittel seien Spielfilme, insgesamt komme der Wettbewerb aber "etwas experimenteller" daher als letztes Jahr. Der Hauptpreis ist mit 6000 Franken dotiert. Mit 5000 Franken wird ein "herausragendes Regietalent" mit dem Förderpreis ausgezeichnet. 4000 Franken gibts für die beste Schweizer Produktion. Der Publikumspreis hat einen Wert von 2000 Franken.
Kürzest-Filme aus Schweden
Aus dem Gastland Schweden sind unter anderem Kurzfilme von Lukas Moodysson ("Fucking Amal" und "Together") und Roy Anderson ("Song from the second floor") zu sehen. In Schweden haben laut Simon Koenig auch Kürzestfilme eine besondere Tradition. Die meisten Filme der Reihe "Stacheltiere", die zwischen 1953 und 1964 in staatlichem Auftrag in der DDR entstanden und jeweils als Vorfilme zu den Wochenschauen im Kino zu sehen waren, sind noch nie ausserhalb Ostdeutschlands gezeigt worden. Einige der rund siebenminütigen Trouvaillen aus deutschen Archiven haben in Winterthur sogar ihre Weltpremiere, weil sie damals zensuriert wurden, sagte Nicole Reinhard. Ferner programmiert sind eine Retrospektive des deutschen Experimentalfilmers und Videokünstlers Matthias Müller sowie eine Werkschau der Ecople cantonale d'art de Lausanne (Ecal). Für Kinder organisiert der Kinderfilmklub Zauberlaterne ein Programm mit Kurzfilmen der letzten hundert Jahre. "Filmische Grausamkeiten" gibts in einer "Trash nite" zu bewundern.

