08.11.2007

Cablecom

Alle Sender bleiben 2008 im analogen Angebot

Kabelnetzbetreiberin reagiert auf Entrüstung.

Die Cablecom will 2008 keine weiteren Sender aus ihrem analogen Senderangebot kippen. Per 27. November startet der Kabelfernseh-Anbieter zudem in seinem digitalen Angebot mit hochauflösendem Fernsehen (HDTV).

Die Cablecom verzichte auf die mit dem Preisüberwacher vereinbarte Möglichkeit, nächstes Jahr bis zu vier Sender vom analogen ins digitale Programm zu verschieben, sagte Cablecom-Chef Rudolf Fischer am Dienstag vor den Medien in Zürich. Mit den Abschaltungen von TV-Sendern hatte die Kabelnetzbetreiberin grosse Entrüstung ausgelöst.

"Wir haben den hohen Stellenwert des herkömmlichen analogen Fernsehens unterschätzt", gestand Fischer ein. Die Verschiebung mehrerer Sender ins digitale TV-Angebot sei in der Absicht geschehen, den Umstieg sehr rasch zu vollziehen. Cablecom habe deshalb harsche Kritik geerntet.

Keine Zwangsdigitalisierung

Die Digitalisierung sei ein Prozess, den man nicht zwangsverordnen könne, sagte Fischer. Man habe mittlerweile erkannt, dass analoges TV ein Wettbewerbsvorteil sein könne. Analoges TV werde auch nach 2010 ein Grundbedürfnis bleiben.

Der Homeshoppingsender HSE24 wird nun doch nicht ins digitale Programm verschoben, sondern tagsüber auf dem Kabelplatz von DSF ausgestrahlt. Damit gewinnt die Cablecom Platz im Netz fürs hochaufgelöste Fernsehen, das nun mit knapp zwei Monaten Verspätung am 27. November startet.

Schuld an der Verzögerung ist die vorsorgliche Verfügung des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom), wegen der die Cablecom den Privatsender U1 im analogen Programm behalten muss und die hochaufgelösten Sender nicht wie geplant am 1. Oktober starten konnte.

Kinderkrankheiten

Zunächst wird die Kabelnetzbetreiberin am 27. November mit zwei HDTV-Kanälen Pro7 HD und Sat.1 HD loslegen. Vier Tage später folgt der neue SRG-Kanal HD Suisse. Ursprünglich war zum Start noch der Spielfilm- und Unterhaltungssender "Anixe HD" vorgesehen.

Mit der Verschiebung von HSE24 tagsüber auf den DSF-Platz habe man eine gute Lösung gefunden, sagte Fischer: Aber bis die U1-Geschichte geklärt sei, werde die Cablecom das hochaufgelöste TV-Angebot nicht weiter ausbauen.

Das Fernsehen der nächsten Generation kämpft allerdings noch mit Kinderkrankheiten. So sei der Teletext fehlerhaft und es komme zum Verlust von Programmerinnerungsmarken, wenn das Empfangsgerät vom Strom getrennt werde, sagte Marketingchef Frank Boller. Zudem sei Dolby 5:1 je nach Sender nur in Stereo zu hören. Besserung sei mit dem neuen Softwareversion ab März in Sicht.

Internet-TV lanciert

Cablecom hat ein Internet-TV-Angebot lanciert. Das Angebot umfasst 20 Kanäle und steht den Kunden während den nächsten Wochen kostenlos zur Verfügung. Im nächsten Jahr sollen laut dem Telekomunternhemen weitere Programme dazukommen.

Mit dem Angebot will die Cablecom den Bedürfnissen der jungen Generation entgegenkommen, die über Laptops im Internet in den TV-Kanälen surft. Das Internet TV wurde ab Anfang 2007 in einer Pilotphase getestet. Bei einem Angebot von bisher neun Kanälen wurden monatlich 120'000 Zugriffe registriert. (pers/sda)


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