SP, Grüne und GLP haben die für Freitag geplante SRF-«Arena» zur AKW-Debatte boykottiert. Laut Blick vom Donnerstag störten sich die Parteien am geplanten Setting: Auf der Pro-AKW-Seite waren SVP-Nationalrat Mike Egger und Mitte-Ständerat Benedikt Würth vorgesehen – obwohl die Mitte die Aufhebung des AKW-Neubauverbots gemäss Vernehmlassung ablehnt.
«Diese Vernehmlassung ist überholt, inzwischen hat eine Mehrheit der Mitte-Ständeräte ‹Ja› gesagt zu einer Aufhebung des AKW-Neubauverbots. Es ist daher publizistisch richtig, das in einer ‹Arena› entsprechend abzubilden», so Redaktionsleiterin Franziska Egli zu persoenlich.com.
GLP-Chef Jürg Grossen und SP-Nationalrat Jon Pult bemängelten ausserdem, die politischen Kräfteverhältnisse seien im geplanten Setting nicht korrekt abgebildet worden.
Das Programm wurde schliesslich umgestellt: Am Freitag werden nun zwei Duelle zu den Abstimmungsvorlagen vom 14. Juni ausgetragen – zur 10-Millionen-Initiative und zum neuen Zivildienstgesetz.
Egli bezeichnete das Vorgehen der Parteien gegenüber Blick als klaren Eingriff in die Medienfreiheit und einen Druckversuch – dem man jedoch nicht nachgegeben habe. Auf Anfrage von persoenlich.com präzisiert sie: «Das Gegenteil ist der Fall.» Nachgeben hätte bedeutet, Ständerat Würth durch einen AKW-Neubau-Befürworter aus der Mitte zu ersetzen. Stattdessen habe man sich für ein anderes Thema entschieden.
Ob eine «Arena» zur AKW-Frage zu einem späteren Zeitpunkt geplant ist, lässt Egli offen: «Es ist ein Thema, das die Schweiz wohl noch länger beschäftigen wird – daher finden auch in der ‹Arena› mit Sicherheit wieder Debatten darüber statt.» (cbe)
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05.06.2026 06:53 Uhr

