28.06.2007

Facts und Cash

Auf Wiedersehen, Goodbye

Die letzten Ausgaben sind erschienen.

Der Vorhang ist gefallen: Am Donnerstag erschienen die letzten Ausgaben zweier etablierter Schweizer Wochentitel -- Facts und Cash. Beide Publikationen nahmen die finale Nummer zum Anlass, Resümee über 18 Jahre (Cash) bzw. 12 Jahre (Facts) journalistischen Schaffens zu ziehen.

"Wir möchten einen würdigen Tod" wünschte sich Christof Moser -- Facts-Reporter und Belegschaftssprecher -- am Donnerstag auf "persoenlich.com" zum Ende des Nachrichtenmagazins. Ganz in diesem Sinne zeigt sich die letzte Facts-Ausgabe mit der simplen Inschrift "1995 - 2007" auf dem Cover. Die Grabesrede hält Chefredaktor Andreas Durisch in seinem letzten Editorial, in dem er grosse Teile der Tamedia-Pressemitteilung zur Einstellung des Magazins zitiert -- die Motivation dürfte verständlicherweise schon einmal grösser gewesen sein.

Mit Facts würde ein journalistisch quicklebendiger Zeitgenosse zu Grabe getragen, so Durisch. Das Nachrichtenmagazin sei das erste konsequent polyperspektivisch arbeitende Redaktion der Schweiz gewesen, was für schöne und für böse Überraschungen gesorgt hätte, "oder, wie die Kritiker monierten, für zeitgeistige Beliebigkeit". In zwölf Jahren hätten nur die besten Köpfe im Schweizer Journalismus für Facts geschrieben und das Magazin gestaltet.

Anders die Stimmung beim Ringier-Titel Cash. Die Wirtschaftszeitung tritt von der Bühne ab und lässt einen gefallenen roten Teppich am Cover für sich sprechen. In dieser letzten Ausgabe wird mehr oder minder fröhlich Bilanz über 18 Jahre Scoops, Enten und Intimfeinde gezogen. Auf Seite zwei winkt die Redaktion (Illustration) vom Schiff namens Cash den Lesern zu: "Die Cash Crew packt die Koffer und segelt in eine neue Zukunft". Dass das Schiff in der Realität auf Grund gelaufen ist und die Reise nach 18 Jahren zu einem gar abrupten Ende kam, darf man wohl als Anflug von Galgenhumor auslegen.

Für Cash-Chefredaktor Dirk Schütz wirft das Ende der Wirtschaftszeitung vor allem strukturelle Fragen auf, wie er in seinem letzten Editorial erläutert: Kann die gedruckte Qualitätspresse überhaupt überleben? Oder würden viele Zeitungen, aus Angst vor der Internetflut, "Selbstmord aus Angst vor dem Tod" begehen?, wie Schütz Springer-Chef Mathias Döpfner zitiert.

Nein, meint Spiegel Chefredaktor Stefan Aust. Im letzten grossen Cash-Interview kommt damit einer zu Wort, der künftig eine grosse Rolle in der Schweizer Medienlandschaft spielen könnte, nachdem diese Woche die erste Schweizer Ausgabe des renommierten Magazins erschienen ist -- just in der Woche, in der Ringier und Tamedia ihre Wochentitel zu Grabe tragen müssen.


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