04.11.2026

SRG

Geld für Auslandangebot schrumpft um fast die Hälfte

Für Swissinfo, 3sat und TV5 Monde stehen ab 2027 noch 16 Millionen Franken pro Jahr zur Verfügung. In den letzten zehn Jahren waren es jeweils rund 30 Millionen. Portugiesisch, Japanisch und tvsvizzera.it fallen weg.
SRG: Geld für Auslandangebot schrumpft um fast die Hälfte
Das Budget für Swissinfo sinkt um über acht Millionen auf noch gut zehn Millionen Franken pro Jahr. (Bild: Keystone)

Der Bundesrat hat am Mittwoch die Leistungsvereinbarung mit der SRG über das publizistische Angebot für das Ausland genehmigt. Sie gilt von 2027 bis 2030 und bringt einen deutlichen Abbau. Die Kostendächer für Swissinfo, die Zusammenarbeit mit 3sat und die Leistungen der SRG für TV5 Monde sinken auf 16 Millionen Franken pro Jahr. Bund und SRG tragen davon je acht Millionen. In den vier Vereinbarungen seit 2017 lagen diese Kosten jeweils bei rund 30 Millionen Franken. Die SRG begründet die Einsparungen in ihrer Mitteilung mit der Senkung der Medienabgabe.

Am stärksten betroffen ist Swissinfo. Das Budget der Plattform sinkt um 8,3 Millionen auf 10,5 Millionen Franken. Seit 2017 standen für Swissinfo und die italienischsprachige Website tvsvizzera.it zusammen jährlich zwischen 18,7 und 18,8 Millionen Franken zur Verfügung. Swissinfo erschien bisher in zehn Sprachen, künftig noch in acht: Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch, Chinesisch, Russisch und Arabisch. Die portugiesisch- und die japanischsprachigen Angebote werden eingestellt. tvsvizzera.it wird nicht weitergeführt. Die Plattform richtete sich an ein italienischsprachiges Publikum und an Grenzgängerinnen und Grenzgänger. Laut SRG haben Bund und SRG das Angebot gemeinsam überprüft und gestützt auf strategische Kriterien über die Streichungen entschieden. Personelle Massnahmen seien nicht zu vermeiden. Wie viele Stellen betroffen sind, gibt sie nicht bekannt. Für die Mitarbeitenden gelten die Sozialpläne der SRG. Einen Teil der Kürzung will Swissinfo auffangen, indem es Ressourcen bündelt und vermehrt Inhalte anderer SRG-Angebote übernimmt. 

Auch bei 3sat halbiert sich das Budget, von 7,8 Millionen Franken in den Jahren 2017 bis 2020 und zuletzt 7,4 Millionen auf neu 3,7 Millionen. Der Schweizer Anteil an der Sendezeit des Senders sinkt von zehn auf acht Prozent. Er lag seit 2017 unverändert bei zehn Prozent. Gekürzt werden vor allem Auftrags- und Eigenproduktionen. Bei TV5 Monde reduzieren sich die Kosten der SRG für ihre Programme von 3,45 auf 1,8 Millionen Franken. Bund und SRG teilen sich diesen Betrag. Der Programmanteil bleibt bei neun Prozent wie in allen Verträgen seit 2017.

Neu ist die Verteilung der Lasten. Den Pflichtbeitrag der Schweiz an TV5 Monde teilten sich Bund und SRG bisher hälftig. Zuletzt betrug er 8,5 Millionen Euro jährlich. Ab 2027 übernimmt der Bund den Beitrag von acht Millionen Franken allein. Laut SRG folgt die Schweiz damit der Praxis der übrigen Trägerstaaten des Senders. Insgesamt zahlt der Bund künftig rund 16 Millionen Franken pro Jahr, bisher waren es knapp 19 Millionen. Der Beitrag der SRG sinkt dagegen von ebenfalls knapp 19 auf acht Millionen Franken. Der grössere Teil der Einsparungen entfällt damit auf die SRG.

Der Abbau folgt auf eine politische Auseinandersetzung um die Finanzierung. Der Bundesrat wollte die Bundesbeiträge an das Auslandangebot im Rahmen des Entlastungspakets 27 ganz streichen. Die Beiträge an Swissinfo und 3sat sollten ab 2027 wegfallen, jener an TV5 Monde ab 2029 (persoenlich.com berichtete). Das Parlament lehnte die Streichung ab. Nach dem Ständerat im Dezember 2025 votierte im März 2026 auch der Nationalrat mit 104 zu 84 Stimmen dagegen.

Für die Zeit ab 2031 hat der Bundesrat das Uvek beauftragt, das gesamte Auslandangebot wieder je zur Hälfte von Bund und SRG finanzieren zu lassen, also auch den Beitrag an TV5 Monde. Der Bundesbeitrag soll dabei in absoluten Zahlen nicht höher ausfallen als in den Jahren 2027 bis 2030. Das Uvek prüft die Umsetzung zusammen mit der SRG und legt dem Bundesrat bis Ende 2028 ein Aussprachepapier vor. (pd/nil)


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