Marcel Hänggi möchte seinen Namen aus dem Impressum der Weltwoche streichen lassen. Darum hat der als Autor aufgeführte Mitarbeiter, der für das Blatt bereits in verschiedenen Ressorts als Redaktor tätig war, am Donnertag in einem Brief an die Redaktion gebeten.
"Ich möchte nicht mehr im Impressum einer Zeitung stehen, deren ideologische Scheuklappen sich zunehmend verengen, deren Argumentationen immer häufiger auf tiefstes Niveau absinken.", schreibt Hänggi. Seine Einschätzung betreffe die auf der Titelseite aufgemachten Themen, die Editorials, die Aufmachung von Artikeln, "also das, was am ehesten als 'die Stimme' der Weltwoche wahrgenommen wird".
Als jüngstes Beispiel, das den Ausschlag für den Entscheid gegeben habe, nennt der Journalist den aktuellen Front-Titel "Eine Million Franken pro Flüchtling". Dieser sei "sinnwidrig und demagogisch", wie Hänggi im Brief vorrechnet. Es gehe nicht darum, dass eine Frage nicht diskutiert werden dürfte, meint er abschliessend. Es ginge darum, dies auf anständige Art, also mit Zahlen zu tun, die etwas über die Sache auszusagen vermögen; es ginge darum, strafrechtliche und asylrechtliche Fragen nicht undifferenziert zu vermischen. "Beides unterläuft die Weltwoche; zu 'sachlicher Diskussionskultur' trägt ihr Artikel nichts bei. Im Gegenteil."

