05.11.2023

NZZ am Sonntag

Beat Balzli begrüsst die Leserinnen und Leser

Der neue Chefredaktor verspricht in seiner Zeitung «frische, oft unterhaltsame Perspektiven». Zudem stellt er zwei neue Kolumnisten vor.
NZZ am Sonntag: Beat Balzli begrüsst die Leserinnen und Leser
Ist vor wenigen Tagen als Chefredaktor der NZZ am Sonntag gestartet: Beat Balzli. (Bild: zVg)

Anfang Oktober wurde bekannt, dass Beat Balzli neuer Chefredaktor der NZZ am Sonntag wird. Am Sonntag ist nun die erste Ausgabe unter seiner Führung erschienen. Im ersten Editorial verspricht er den Leserinnen und Lesern zusammen mit seinem Team, «fundamentale Entwicklungen im Blick zu behalten». Konkreter: «Wir werden schreiben, was ist, auch wenn es wehtut.» Balzli will am Sonntag «frische, oft unterhaltsame Perspektiven bieten, einen anderen Blick auf eine sich rasant verändernde Welt ermöglichen.» Denn alles bleibe in Bewegung «und wir natürlich auch.»

Mit dem Start des neuen Chefredaktors wurde gleichzeitig das Layout der Titelseite leicht angepasst. Zudem führt Balzli das Format «Editorial» sowie zwei neue Kolumnen ein. Zum Kolumnistenteam der NZZ am Sonntag stossen Avenir-Suisse-Geschäftsführer und ehemaliger NZZ-Journalist Jürg Müller und der bekannte Politikwissenschaftler und frühere Tamedia-Kolumnist Michael Hermann. (wid)


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KOMMENTARE

Urs Heinz Aerni
07.11.2023 07:47 Uhr
Das Editorial des neuen Chefredakteurs der NZZ AM SONNTAG, Beat Balzli, vom 5. November 2023 liest sich eher als Kampansage an die politischen Verhältnisse in der Schweiz als ein Versprechen für guten Qualitätsjournalismus. «Ich und mein Team von der ‘NZZ am Sonntag’ werden diese und andere fundamentale Entwicklungen im Blick behalten. Wir werden schreiben, was ist, auch wenn es weh tut.» Das «Ich» am Anfang des Satzes könnte einen eisigen Ton für das Betriebsklima in der Redaktion verheißen und der Rest des Satzes liest sich, als würde das Blatt sich in eine «Weltwoche» light verwandeln. Einer der beiden an Bord geholten Kolumnisten wird als ein «echter Liberaler» und mit «schonungslosem Blick» angekündigt. Mutiert sich nun auch diese Zeitung in ein Blatt, das allen die Welt erklären will, statt zu hinterfragen, zu recherchieren, zu sondieren? Wenn ja, dann müsste das Abonnement günstiger werden, weil sich mindestens zwei Parteien nun an diesem Blatt beteiligen werden.
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