Dass hiesige Rapper etwas gegen die SVP haben, weiss man spätestens, seit Protagonisten wie Stress und Gimma in ihren Songs gegen die Rechtspartei und Blocher wettern. Der Berner Rapper Greis weitet die Kampagne gegen den neurechten Mainstream nun auch auf die Presse aus: In einem Interview mit der Weltwoche erklärt er, weshalb er zu einem Boykott gegen das Köppel-Blatt aufruft.
Das Köppelblatt ist nach Ansicht des 28-Jährigen ein Blatt im Dienste der SVP geworden. "Sie ist fremdenfeindlich, fördert rassistische Tendenzen und will den Islam als Feindbild etablieren" erklärt Greis im Gespräch mit Autor Peer Teuwsen. Er will gegen die Weltwoche vorgehen, weil es dieser gelinge, beim urbanen Mitte-linka-Publikum die Ideen der SVP salonfähig zu machen. "Die Weltwoche steht im Dienste Blochers, um für die SVP im linken Mittelstand Stimmen zu fischen. Und das macht sie sehr erfolgreich."
Greis bedauert, dass einige der besten Journalisten des Landes bei der Weltwoche arbeiten, um dann doch immer das gleiche alte Lied vom Staat, der schrumpfen müsse, von den Steuern, die schrumpfen müssten und von den Fremden , die schrumpfen müssten, zu schreiben.
Dass Greis mit seinem Boykottaufruf die Auflage der Weltwoche erhöhen könnte, glaubt er nicht: "Ich bin doch schon lange als linker und netter Dogmatiker abgeschrieben", so der Rapper.

