23.06.2022

Presserat

Beschwerde von Sepp Blatter abgewiesen

Die Handelszeitung hat mit dem Text «Blatters Multi-Millionen-Geschenk» den Journalistenkodex nicht verletzt.
Presserat: Beschwerde von Sepp Blatter abgewiesen
Der ehemalige Fifa-Präsident Sepp Blatter verlangte von der Handelszeitung den Abdruck einer Gegendarstellung und eine persönliche Entschuldigung. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

Der ehemalige Fifa-Präsident Sepp Blatter ist vor dem Presserat abgeblitzt. Er reichte Beschwerde ein gegen den Artikel «Blatters Multi-Millionen-Geschenk», verfasst von Stefan Barmettler, Chefredaktor der Handelszeitung. Der im Oktober 2021 erschienene Beitrag trug den Untertitel: «Wie das Fifa World Football Museum zum Finanzdesaster wurde und bisher 654 Millionen verschlang.»

Blatter reichte Beschwerde ein und machte geltend, der Artikel verletze die «Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten», insbesondere die Richtlinien 1.1 (Wahrheitssuche), 3.8 (Anhörung bei schweren Vorwürfen) und 5.1 (Richtigstellung). Der Presserat soll der Handelszeitung empfehlen, eine Gegendarstellung zu publizieren. Und Autor Barmettler sei vom Presserat aufzufordern, sich bei Sepp Blatter angemessen zu entschuldigen, hiess es in der Beschwerde.

Was die verschiedenen, von Sepp Blatter als falsch bezeichneten Tatsachendarstellungen im Artikel betreffe, so stehe in den meisten Fällen Aussage gegen Aussage. «Da der Presserat keine Möglichkeit der Beweismittelerhebung besitzt und seine Stellungnahmen ausschliesslich auf die einmaligen Ausführungen der beiden Parteien abstützt, kann er hier nicht zu einem abschliessenden Urteil über den jeweiligen Wahrheitsgehalt kommen», heisst es in der Stellungnahme, die persoenlich.com vorliegt und über die die Handelszeitung berichtete.

Nach ausführlichen Erwägungen kommt der Presserat zum Schluss, die Beschwerde abzuweisen. Der Journalistenkodex sei nicht verletzt worden. (cbe)



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