Blick will die Today-Lücke füllen

Ringier - Nach der Einstellung der regionalen Plattformen von CH Media reagiert Blick mit einer digitalen Offensive. Mit gezielter Werbung, neuen Newslettern und der Initiative «Blick ins Dorf» will das Medienhaus die entstandene Marktlücke in der regionalen Berichterstattung schliessen.

von Christian Beck

Wer aktuell auf Google nach ZüriToday oder FM1Today sucht, erhält gesponserte Resultate von Blick. Darin heisst es beispielsweise: «Alle wichtigen News aus der Region Zürich jetzt bei Blick.» Wer auf die Anzeige klickt, landet auf einem Widget mit dem Namen «News aus deinem Kanton», das bereits seit einiger Zeit auf Blick.ch integriert wurde.

Erst letzte Woche wurde bekannt, dass CH Media überraschend die Plattformen FM1Today, ArgoviaToday, BärnToday, PilatusToday, ZüriToday und 32Today per sofort schliesst. 34 Kündigungen waren die Folge (persoenlich.com berichtete).

Auf die Frage, ob Blick nach dem Today-Aus eine Guerilla-Marketingaktion lanciert habe, antwortete Blick-Mediensprecher Daniel Riedel auf Anfrage: «Guerilla klingt leicht martialisch, aber natürlich haben wir den Markt im Auge, und als agile Marke nutzen wir Opportunitäten, wenn sie sich anbieten.» Durch den Wegfall der Today-Plattformen sei in den Regionen eine Lücke entstanden, «die wir mit unseren Newsangeboten gerne schliessen möchten».

Die Offensive geht über bezahlte Google-Werbung hinaus: Noch diese Woche lanciert Blick eigene Regional-Newsletter. Diese sollen kantonale Topstorys aus dem gesamten Portfolio von Ringier Medien Schweiz beinhalten. «Das kann neben Blick-Storys dann auch ein spannendes Hintergrundstück vom Beobachter, eine lokale Wirtschaftsgeschichte aus der Bilanz oder eine GaultMillau-Kritik zum Restaurant im Nachbardorf sein», so Riedel zu persoenlich.com. Blick hat diverse Aussenbüros, beispielsweise im Mittelland, der Ostschweiz oder im Wallis.

Mit der Initiative «Blick ins Dorf» will das Medienhaus zudem seine traditionell starke Verankerung in ländlichen Regionen ausbauen. «Wir gehen noch bewusster und öfter in die ländliche Schweiz, aufs Dorf, an Events und Veranstaltungen fernab der grossen Ballungszentren», so Riedel. «Egal ob bei der Schnupfweltmeisterschaft, auf dem lokalen Oktoberfest oder beim Alpabzug im Appenzell: Wir berichten von Tugenden, Traditionen, Meinungen, Alltagsgeschichten und vielem mehr.»

Die Offensive kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Blick.ch nach seinem Relaunch Anfang September in einzelnen Metriken einen Rückgang verzeichnete. Diesen Rückgang bestätigte Riedel auf Anfrage, ohne jedoch konkrete Zahlen zu nennen. «Ein solcher Drop ist bei einem Relaunch von dieser Dimension mit neuem Look, neuer Struktur, neuen Features allerdings völlig normal – und wurde von uns auch einkalkuliert», so der Blick-Sprecher. Nun würden fortlaufend Tests durchgeführt, um die Seite weiter zu optimieren.