Das Filmfestival Locarno bleibt sich treu. Auf der Piazza Grande sowie im Wettbewerb und den spezialisierten Sektionen hofft es auch dieses Jahr gegen 200'000 Besucher anzulocken. "Die Stärke Locarnos ist seine Substanz", sagte Festival- Präsident Marco Solari an der Programm-Medienkonferenz am Dienstag in Bern. Mit einem ausgeglichenen Budget und gesicherten Sponsorenverträgen blickt er zuversichtlich in die Zukunft.
Festival-Direktorin Irene Bignardi gab sich gleichfalls sichtlich zufrieden mit ihrem diesjährigen Programm. Im Wettbewerb mit 18 Filmen sind nicht weniger als 17 Länder vertreten. 10 Filme stammen aus Europa, die weiteren aus Kasachstan, Iran, Indien, Hong Kong, Vietnam, Japan, den USA sowie erstmals Südafrika. Die Schweiz zeigt im Wettbewerb den in den USA entstandenen Erstling "Promised Land" des Tessiners Michael Beltrami. Zwölf der Wettbewerbsfilme sind Uraufführungen, fünf Filme sind Erstlinge. In der Jury ist die Schweiz mit dem Fotografen René Burri vertreten.
Auf der Piazza Grande werden fünf Filme als Uraufführung gezeigt. Elf der insgesamt 16 Filme stammen aus Europa, vier aus den USA. Bekannte Regisseure sind etwa Patrice Leconte ("Dogora") aus Frankreich, der Deutsche Volker Schlöndorff ("Der neunte Tag") oder Nick Cassavetes ("The Notebook") aus den USA. Drei Piazza-Filme gehören zur diesjährigen Retrospektive "Newsfront", auf welche die ehemalige Journalistin Irene Bignardi besondes stolz ist. In 91 kürzeren und längeren Filmen, welche die gesamte Filmgeschichte umfassen, will sie die Beziehung zwischen Film und Journalismus ausleuchten.
Die Filme, die auf der ganzen Welt zusammengesucht wurden, stammen zur Hälfte aus den USA, wobei von Melvin Le Roy, George Cukor, Alfred Hitchcock, Orson Welles oder Frank Capra über John Huston, Billy Wilder, Sam Fuller, John Ford oder Francis Ford Coppola viele US-Meisterregisseure vertreten sind. Die Retrospektive beginnt mit "L'affaire Dreyfus" des französischen Filmpioniers George Méliès aus dem Jahre 1899 und endet mit drei Produktionen aus diesem Jahr. Bekannte europäische Titel sind etwa Antonionis "Blow Up", Rosis "Il caso Mattei" oder Schlöndorffs "Die verlorene Ehre der Katharina Blum".

