10.09.2007

Volksmusik-Aus bei DRS1

Buureradio springt in die Bresche

Toni Brunner will Ärger der Volksmusikfreunde nutzen.

Die Volksmusikfreunde sind verärgert: Auf DRS1 soll künftig keine Volksmusik mehr ausgestrahlt werden. Das erste Schweizer Internet-Buureradio will davon profitieren und die Volksmusik auf seinem Sender aktiv fördern. Nachdem Radio DRS die Volksmusik aus DRS1 verbannen wolle, werde die Bedeutung des Internet-Buureradios als Plattform für die Schweizer Volksmusik nochmals gesteigert, heisst es in einer Mitteilung des Buureradio.

Die Macher von Buureradio wollen nach dem Entscheid von DRS1, die volkstümlichen Sendungen künftig auf der DRS Musigwälle auszustrahlen, den Volksmusikfreunden in der Schweiz mehr als nur Ersatz für die gestrichenen Volksmusiksendungen auf DRS1 sein. Das erste Schweizer Internet-Buureradio ist seit Dezember 2005 auf Sendung. Lanciert wurde das Projekt vom Toggenburger SVP-Nationalrat Toni Brunner und dem St. Galler alt Nationalrat Peter Weigelt (FDP). Brunner ist auch Chefredaktor des Internet-Radios.

Jakob Freund, Redaktor des "Volksmusikmagazins" beim Internet-Sender, ist vom Erfolg des Konzept des Buureradios überzeugt: "Der klare Fokus auf Schweizer Volksmusik führt zu einer hohen Akzeptanz und Beachtung unseres Senders." Buureradio.ch habe viele Langzeithörer, nicht nur in der Schweiz, sondern in über 100 Ländern. Rund 15 Prozent der Hörer lebten ausserhalb der Schweiz. "Volksmusik weckt bei vielen Auslandschweizern Heimatgefühle", sagt Freund.

Freund beschäftigt das Thema "Volksmusik auf DRS1" auch als Präsident des Verbandes Schweizer Volksmusik (VSV): "Am eidgenössischen Ländler-Musikfest vom vergangenen Wochenende in Stans waren die volkstümlichen Sendungen auf DRS ein Dauerthema. "Der VSV bedaure den Entscheid von Schweizer Radio DRS. "Wir fordern eine Übergangslösung auf einer UKW-Frequenz bis zur Aufschaltung von Digitalradio (DAB) plus. Die Ausstrahlung der Volksmusik auf Musigwälle sei keine Lösung. "In der Ostschweiz etwa kann man die Musigwälle nur über DAB empfangen."

Der politische Druck auf SRG-Generaldirektor Armin Walpen steigt denn auch: Am Montag (10. September) musste er bei der Fernmeldekommission des Nationalrates antraben. (sda)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen