13.08.2020

Weltwoche

Daniel Weber baut Kulturteil aus

Der ehemalige NZZ-Folio-Chefredaktor sorgt für mehr Literatur und Kunst. Daneben gibt es neue Kolumnisten, darunter David Schärer von Rod. Das Magazin kommt seit Donnerstag mit einem neuen grafischen Auftritt daher.

Die Weltwoche ist am Donnerstag mit neuer Aufmachung und zahlreichen konzeptionellen Änderungen erschienen. «Während die meisten Verlage ihre Angebote herunterfahren, setzt die Weltwoche auf den gezielten Ausbau ihrer Stärken, unabhängig, kritisch, gut gelaunt», heisst es in einer Mitteilung. Vor allem der Kulturteil werde unter dem Titel «Literatur und Kunst» massiv erweitert. Als Herausgeber stösst Daniel Weber dazu, einst Feuilleton- und Filmredaktor der NZZ, dann 20 Jahre lang Chefredaktor der Monatsbeilage NZZ Folio, das er vor einem Jahr verlassen hat (persoenlich.com berichtete).

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«Wir werden uns vertieft mit der Literatur und den Künsten auseinandersetzen in allen denkbaren Facetten, mit einem möglichst breiten Kulturbegriff. Das ist in der Tradition der Weltwoche so angelegt», wird Daniel Weber in der Mitteilung zitiert. «Künstler und Werke, die Faszinationskraft der Stoffe sollen im Zentrum stehen, nicht oberflächliche Moralisierung und Politisierung.» Der Kulturteil wird laut Mitteilung jede Woche «mindestens zwölf Seiten» umfassen. In Webers Team arbeitet neu Autor Anton Beck als Kulturredaktor.

Neue Kolumnistinnen und Kolumnisten

Wie es in der Mitteilung weiter heisst, wird Wirtschaftsredaktor Florian Schwab neben seiner journalistischen Tätigkeit den Bereich Corporate Publishing und Sponsoring für die Weltwoche weiter ausbauen. Journalistin Katharina Fontana rückt neu in den Kreis der Kolumnisten auf, «die in diesem Konzept eine noch wichtigere Rolle spielen». Ebenfalls unter den neuen Autoren: David Schärer, Mitgründer der Agentur Rod, «eines der interessantesten Kommunikationsunternehmen der Schweiz, unter anderem zuständig für die Operation Libero», wie es heisst. Als Illustratoren der Kolumnen konnten die Künstler Lev Kaplan (Ukraine), Fernando Vicente Sánchez (Spanien) und Kai Felmy (Deutschland) verpflichtet werden.

Ausserdem verspricht die Weltwoche «noch mehr Vielfalt an Themen, Meinungen und Recherchen. Die Weltwoche will in Zeiten zunehmender internationaler Spannungen und Corona-Verdriesslichkeiten journalistische Fluchtwege aus der massenmedialen Tristesse des Alltags öffnen». Zudem gebe es mehr «Leben heute» – das heisst: «mehr Genuss, Lebensfreude, Lebensnähe». Verantwortlich ist der Kultur- und Gesellschaftsjournalist Benjamin Bögli. Im neuen Schwerpunkt «Weltwoche Leader» gebe es «regelmässig Dossiers zu Führungsfragen in allen Lebenslagen, von der Kinderkrippe bis zur Grenadierkompanie, vom Tech-Start-up bis zum Klassik-Orchester». Und schliesslich: Mehr Humor und gute Laune durch Cartoons und Witzzeichnungen im ganzen Heft.

Produktionschef Lukas Egli wird sich verstärkt um den Ausbau der Internet-Aktivitäten kümmern.

«Erwachsene Design-Klassik»

Den neuen grafischen Auftritt «auf edlem Schweizer Papier» gestaltete Weltwoche-Art-Director Daniel Eggspühler in konzeptioneller Zusammenarbeit mit Chefredaktor Roger Köppel und Inlandchef Erik Ebneter. Orientierung habe die Weltwoche-Tradition geliefert, aber auch die angelsächsische Magazin-Ästhetik von New Yorker, Atlantic, Rolling Stone bis hin zum Spectator. Im Unterschied zu Online-Trends mit Bewegtbild und visuellen Effekten setze die Weltwoche «auf erwachsene Design-Klassik, auf dosierten Bildeinsatz und auf die Sprache als präzisestes Instrument zur Darstellung der Wirklichkeit».

Verpflichtender Anspruch der Weltwoche bleibe es, «ihren Leserinnen und Lesern möglichst brillant geschriebene Artikel zu bieten, die keiner vorgeschriebenen Ideologie oder Parteidoktrin folgen», heisst es abschliessend in der Mitteilung. Meinungsvielfalt stehe über allem, und der jeweilige Zeitgeist bleibe eine stete Inspiration für kritische Auseinandersetzung. (pd/cbe)



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