23.08.2002

"Das Interesse an Gesundheits- und Wohlfühl-Themen nimmt zu"

Ringier unterzieht die Gesundheit Sprechstunde einem Relaunch. Das 14-tägliche Magazin, das im Herbst seinen vierten Geburtstag feiert, will sich im Markt künftig als attraktive und umfassende Gesundheits-Illustrierte positionieren. "persoenlich.com" wollte von Verlagsleiter Martin Tamas (Bild) wissen, was die Leserschaft erwartet. Das Interview plus ein erster Blick auf das neue Heft:
"Das Interesse an Gesundheits- und Wohlfühl-Themen nimmt zu"

Herr Tamas, gemäss Ihren eigenen Worten ist die Gesundheit Sprechstunde ein Erfolg. Warum also der Relaunch?

Mit dem Relaunch werden wir Gesundheit Sprechstunde noch eigenständiger gegenüber der Konkurrenz positionieren. Unsere Kernbotschaft: Wir sind DIE Schweizer Gesundheits-Illustrierte. Wobei wir den Relaunch aus einer Position der Stärke machen: Auflage und Leser steigen, der Trend zum bewussten Gesundsein steigt, das Interesse der Schweizerinnen und Schweizer an Gesundheits- und Wohlfühl-Themen nimmt zu. Wir wollen mit dieser Entwicklung gehen und uns laufend verbessern.

Was sind Ihre Zielvorgaben?

Der Relaunch verfolgt zwei Hauptziele: Zum einem wollen wir noch interessanter für den Leser werden - dies durch mehr Information, mehr Beratung, neue Rubriken und mehr Umfang. Zum anderen haben wir den Werbemarkt im Visier. Mit neue Platzierungen in einem klar strukturierten Heft, neuen Themengefässen, neuen Werbeformen und besserem Umschlagpapier bieten wir unseren Anzeigenkunden echten Mehrwert und fördern unsere Attraktivität für Neukunden.

Was wird konkret neu?

Neu ist gleich zu Beginn des Magazins die Rubrik "WARMUP", welche aktuelle Kurznachrichten, Tipps und Tricks zu Gesundheit, Medizin, Forschung, Ernährung und Wellness beinhaltet. Im vorderen, medizinischen Teil bieten wir eine neue Rubrik, die abwechselnd "Helden der Medizin" oder Menschen hinter den Kulissen im Gesundheitswesen porträtiert. Der Leser-Ratgeber wird stark ausgebaut. Damit entsprechen wir dem Leserbedürfnis nach seriöser Beratung und erweitern ein wichtiges Element in der Leser-Blatt-Bindung. Neu ist auch ein 4- bis 5-seitiges Schwerpunktthema aus dem Medizin-, Gesundheits- oder Wohlfühlbereich. Eine neue, vierseitige, emotionale Bildreportage rundet den gesundheitlichen-medizinischen Teil ab und führt in den Wohlfühlbereich.

Was bleibt bestehen?

Das erfolgreiche Basiskonzept einer breiten Themenfächerung. Das heisst, wir begleiten die TV-Sendung, bieten Beratung, Medizin- und Alternativmedizinthemen-Themen an. Weiterhin werden wir auch die besten Ärzte und Spezialisten im Blatt haben, die beim Leser für Seriosität und Glaubwürdigkeit stehen. Natürlich findet der Leser auch weiterhin Geschichten über Wellness, Fitness, Beauty, Ernährung, Psychologie und Intimes. Neu sind diese Themen aber im hinteren Teil des Magazins zusammen gezogen und somit vom vorderen, medizinisch-gesundheitlichen Teil klar abgetrennt.

Wie definiert sich Ihre angestrebte Leserschaft?

Die Kernzielgruppe sind Frauen ab 30, die an Themen rund um Gesundheit und Wohlfühlen interessiert sind, die sich aber auch etwas Gutes tun wollen und die auch "die schönen Dinge im Leben" geniessen können.

Wo sehen Sie Ihre potentiellen Inserate-Kunden?

Neben unserem Heim-Terrain, dem OTC-Markt, sehe ich sie vor allem in den Bereichen Ernährung, Körperpflege, Schönheit und Güter des täglichen Bedarfs. Mit dem neuen Layout sprechen wir aber z.B. auch Versicherungen und Autoimporteure an. Und da unsere LeserInnen unter anderem auch telefonieren, werden wir auch für andere Dienstleister attraktiv sein.

Die Gesundheit Sprechstunde hätte ursprünglich als eigentlicher Medienverbund funktionieren sollen. Die Internetportal-Träume wurden zurückgestutzt, wie auch die Zusammenarbeit mit Blick und der Schweizer Illustrierten. Die Teletext-Aktivitäten werden ganz eingestellt. Was bleibt übrig von der Vernetzung?

Der "neue" Medienverbund findet primär zwischen Magazin und TV statt. Neben einer engen inhaltlichen Bindung unterstützen sich diese zwei Medien auch stark im Marketing. So verweist z.B. das Heft immer auf die Sendung und im Abspann jeder Sendung wird eine Bezugsquelle fürs Heft angegeben. Weiterhin erstellen wir wöchentlich eine Seite Gesundheit für den GsundBLICK. Auf Internet sind wir neu gemeinsam mit der TV-Sendung vertreten. Dies aber nur in einer "Light-Version".

Wo liegen die Gründe für diese Redimensionierung?

Mit solch einem Medienverbund kann man zwar unterschiedliche Nutzerkreise mit den für sie zugeschnittenen Gesundheit-Informationen versorgen, doch lässt sich damit nur sehr schwer Geld verdienen. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag. Was nützt uns ein toller Medienverbund und viele Leser-Aktionen, wenn die Aussichten auf finanziellen Erfolg nur gering sind. Zudem ist die Koordination sehr intensiv und nicht immer einfach. Wir kehren mit dem Magazin-Relaunch zurück zur Kernkompetenz unseres Verlages, d.h. an erster Stelle ein gutes Magazin machen, und fahren sämtliche kostspielige Aktionen auf ein Minimum runter. Der Leser soll jeglichen Nutzwert direkt übers Magazin erhalten.

Der einstige Gesundheit Sprechstunde-Chefredaktor Peter Rothenbühler wollte vermehrt Promis in den Mittelpunkt setzen. Was ist aus diesem Konzept geworden?

Die Promis wurden unter dem neuen Chefredaktor, Urs Padel, stark zurück gefahren. Wir zeigen Prominente nur noch dann, wenn sie in der TV-Sendung von Dr. Stutz auftreten oder vor einiger Zeit aufgetreten sind und wir sie nach ihrem Gesundheitszustand befragen können. Unsere Leserschaft abonniert die Gesundheit Sprechstunde nicht wegen den Promis, sondern weil sie an nützlichen Informationen interessiert ist.

(Interview: Almut Berger).

Die neue Gesundheit Sprechstunde erscheint erstmals am 30. August.


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