19.09.2005

Marcus Knill

Das Posaunen der Elefanten

Deutsche Spitzenpolitiker unter grosser Spannung.

Marcus Knill, Autor von "persönlich", hat die Bundestagswahlen und die Medien-Auftritte ihrer Protagonisten genau verfolgt. Lesen Sie nachfolgend seine Beobachtungen zur Elefantenrunde am Sonntagabend in der ARD.

"Erstaunlich, wie sich Stress sich auf das Verhalten auswirkt. Am Sonntagabend trafen sich in der Elefantenrunde im ARD die Spitzenpolitiker Stoiber, Westerwelle, Schröder, Fischer und einem Vertreter der PDS. Die Runde stand unter grosser Spannung. Die Beteiligen versuchten zwar den Stress und die Müdigkeit zu überspielen. Alle gaben sich als Sieger, obschon niemand zu jubeln hatte. Unbestritten war bereits zu jenem Zeitpunkt: dass Rot-Grün abgewählt ist, Schwarz-Gelb schaffte es aber nicht, die Regierung zu übernehmen.

Wir hatten das Gefühl, dass in der Runde alle Nerven blank lagen. Alle hatten einen Wahlmarathon hinter sich. Das Schauspielern war kaum mehr möglich. Gerhard Schröder behauptete stur, er werde in jedem Fall das Kanzleramt übernehmen. Er werde Kanzler bleiben und sprach Angela Merkel das Recht ab, Kanzlerin zu werden. Nur er könne eine stabile Regierung garantieren. Diese Fixierung erstaunte, zumal bei einer grossen Koalition die Union die stärkste Kraft wäre und damit das Kanzleramt stellen könnte.



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