07.06.2026

True Story Award

Das sind die diesjährigen Gewinnerarbeiten

Der globale Journalismuspreis ist am Freitagabend in Bern vergeben worden. Über 350 Gäste erlebten die Bekanntgabe der Sieger in den drei Kategorien Storytelling, Recherche und Impact. Die Preisverleihung eröffnete Stadtpräsidentin Marieke Kruit.
True Story Award: Das sind die diesjährigen Gewinnerarbeiten
Die glücklichen Gewinnerinnen und Gewinner des True Story Awards (v.l.): Sameh al-Laboudi, Martín Caparrós, Emma Graham Harrison und Hoda Osman. (Bild: zVg)

In der Kategorie Recherche gewannen Hoda Osman und Emma Graham-Harrison für ihren Text «The Gaza Family Torn Apart by IDF Snipers from Chicago and Munich», der ursprünglich auf Arabisch erschien und bei Arab Reporters for Investigative Journalism sowie im Guardian veröffentlicht wurde. Die Jury würdigte die Reportage als forensisch und erschreckend detailgenau: Der Text zeige auf, wie Männer in den Trümmern Palästinas darüber entscheiden, wer lebt und wer stirbt – und gebe jenen eine Stimme, deren Leid allzu oft ausgeblendet werde.

Den Preis in der Kategorie Impact erhielt der ägyptische Journalist Sameh al-Laboudi für «The Kalamata Trap: Hundreds of Migrants Drown on Their Way to Europe», erschienen in Al-Manassa. Die Reportage beleuchtet das Mittelmeer-Schiffsunglück vom Juni 2023, bei dem ein Boot mit 750 Migranten an Bord innerhalb von 15 Minuten sank – die schlimmste Schiffskatastrophe der jüngeren griechischen Geschichte. Neun ägyptische Überlebende wurden danach fälschlicherweise strafrechtlich verfolgt und erst nach einem Jahr freigesprochen – ebenfalls in 15 Minuten.

In der Kategorie Storytelling wurde der Journalist Martín Caparrós für «ALS: The Sentence» ausgezeichnet, erschienen in El País. Caparrós, der selbst an ALS erkrankt ist, beleuchtet die Welt der tödlichen Krankheit aus der Perspektive der Patienten, ihrer Familien und Betreuenden. Die Jury hob hervor, dass der Text jegliches Selbstmitleid vermeide und dennoch tiefes Verständnis für eine komplexe Krankheit schaffe.

Alle drei Gewinner erhalten ein Preisgeld von je 20`000 US-Dollar. Sie setzten sich gegen insgesamt 959 Einreichungen aus 103 Ländern in 22 Sprachen durch. Vor der Preisverleihung sprach die deutsch-iranische Journalistin und Nahost-Expertin Natalie Amiri über die aktuelle Lage in Iran. Eröffnet hatte den Abend Stadtpräsidentin Marieke Kruit.

Am Samstag und Sonntag präsentieren alle Nominierten ihre Arbeiten im Rahmen des True Story Festivals an 44 Veranstaltungen im Herzen von Bern. (pd/cbe)


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