28.08.2007

Sat.1

De Posch entgegnet Schawinskis Kritik

"Ich muss mich nicht schämen für das Geld."

ProSiebenSat.1-Chef Guillaume de Posch hat erstmals zur Kritik von Ex-Sat.1-Chef Roger Schawinski Stellung genommen. Den Vorwurf, er sei in erster Linie auf seinen Vorteil bedacht, weist der Manager zurück. Seit seinem Amtsantritt habe sich der Aktienkurs verdoppelt, der Gewinn sei um 150 Prozent gestiegen. "Ich muss mich also nicht schämen für das Geld, das ich bei ProSiebenSat.1 verdiene", so de Posch gegenüber deutschen Pressetiteln.

Der Senderboss erklärte überdies, Schawinskis Informationen zum Verkauf der Sendergruppe seien falsch. Der Schweizer TV-Profi hatte in seinem Buch "Die TV-Falle" geschrieben, die Vorstände von ProSiebenSat.1 hätten sich 95 Prozent der Abschiedsprämie in der Höhe von 23 Millionen Euro geteilt, die der Investor Haim Saban beim Verkauf des Senders ausgeschüttet hatte. Vorstandsboss De Posch selbst soll nach Angaben Schawinskis die Hälfte der Summe erhalten haben. Die 3'000 Mitarbeiter -- inklusive ihm als Senderchef -- seien dagegen mit einem läppischen Betrag von 400 Euro abgespiesen worden.

De Posch stand in den vergangenen Wochen aufgrund der Sparmassnahmen bei Sat.1 im Kreuzfeuer der Kritik. Die Entscheidung über die Streichungen bei Sat.1 habe man sich nicht leicht gemacht, verteidigt sich der Manager nun. ProSiebenSat.1 sei sich seiner "gesellschaftlichen Verantwortung sehr wohl bewusst" und betrachte Fernsehen "nicht rein finanziell".


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