09.08.2002

Tele Ostschweiz

Defizit auch im vierten Betriebsjahr

Konsolidierung im Programm.

Am nächsten Montag, den 12. August jährt sich zum dritten Mal der Geburtstag von Tele Ostschweiz. Während sich das Programm seit dem Bestehen des Senders laufend konsolidiert hat, gestaltet sich die wirtschaftliche Situation des Senders immer noch schwierig: Auch das vierte Betriebsjahr wird mit einem Defizit abschliessen. Der Trost ist ein kleiner: Immerhin würden die roten Zahlen jetzt im budgetierten Bereich liegen, wie es in der entsprechenden Mitteilung heisst. Die Ausgaben und Einnahmen konnten in etwa in dem Rahmen gehalten werden, wie es der Businessplan des Ostschweizer Regional-TV-Senders vorsieht.

Die gegenwärtige Wirtschaftsflaute, die allen Medienhäusern zu schaffen macht, wirke sich hingegen nur gedämpft auf die Verkaufszahlen von Tele Ostschweiz aus, wie es weiter heisst. Geschäftsführer und Verkaufschef Peter Schwager: "Der Markt für die klassischen Werbespots entwickelt sich nach wie vor nicht wie wir uns das wünschen. Mit anderen Produkten wie Sendesponsorings und vorallem Medienpatronaten sind wir aber unterdessen sehr erfolgreich."

Konsolidierung im Programm

Im Programmbereich hat sich der Sender nach eigener Einschätzung in den letzten Wochen und Monaten konsolidiert. "Per anfangs Jahr haben wir mit der Neulancierung des Sendegefässes 'Zoom' einen 'Hoselupf' gemacht", erläutert Chefredaktor Patrick Senn. Doch habe sich das neue Gefäss, das auch mit einer redaktionsinternen Strukturreform einherging, etabliert. "Die Beiträge im neuen 'Zoom' sind Geschichten, die Hand und Fuss haben, sauber recherchiert sind und die Themen aufgreifen, welche die Region interessieren." Für die nächste Zeit kündigt Senn keine grossen Würfe an, sondern eine kontinuierliche Steigerung der redaktionellen Leistungen. "Noch dieses Jahr werden wir einen ersten Korrespondenten-Posten schaffen, der uns das Rheintal und das Fürstentum Liechtenstein stärker ins Programm einbinden soll, weitere solche Posten werden folgen, sobald unsere Distributionsprobleme gelöst sind."

Hängige Verfahren

Konkret spricht Senn damit auf zwei hängige Verfahren ein: Beim Bakom hat Tele Ostschweiz eine Aufschaltverfügung beantragt, weil sich die Cablecom weigert, das tvo-Programm im Kabelnetz von Rapperswil/Jona aufzuschalten – obwohl Tele Ostschweiz bereits seit bald einem Jahr die Konzession für diesen Raum besitzt. Und vor dem Bundesrat ist eine Verwaltungsbeschwerde hängig, mit welcher Tele Ostschweiz gegen die Beschränkung des Sendegebietes im Kanton Thurgau rekurriert. Geschäftsleiter Peter Schwager: "Nach wie vor ist für uns nicht nachvollziehbar, warum unser Mitbewerber in unserem Kerngebiet tätig sein dürfen, uns aber von der Regulierungsbehörde kein Gegenrecht gewährt wird. Aber wir kämpfen um den Thurgau."

Distributionsfragen

Mit den hängigen Verfahren in Zusammenhang steht auch der nächste Ausbauschritt auf Kabelnetze, die bisher das Regionalfernsehprogramm von Tele Ostschweiz noch nicht ausstrahlen. "Sobald wir in Rapperswil/Jona senden können, werden wir eine neue Verbindungsstrecke über den Säntis aufbauen", erklärt Produktionsleiter Andy Odermatt, der seit 1. Juni neu in der Geschäftsleitung Einsitz genommen hat. "Davon profitieren auch Gemeinden wie bspw. Flawil, das bisher nicht erschlossen werden konnte, weil die finanziellen Mittel dafür schlicht nicht aufzubringen waren. Wenn wir aber im gleichen Atemzug das Gebiet von See/Gaster und alle anderen Gemeinden, die nicht ans Cablecom-Netz angeschlossen sind, bedienen können, beginnt sich die Sache zu rechnen." Einen Erfolg diesbezüglich kann das Management im Fürstentum Liechtenstein verbuchen: Dort sollte Tele Ostschweiz ab nächsten Woche über seine Partnerstation "XML" nun auch via Kabelanbindung zu empfangen sein. D.h., auch die ZuschauerInnen im Fürstentum können das Programm täglich (inklusive Samstag und Sonntag) schon ab 18.00 Uhr und stündlich wiederholt sehen.

Geburtstagsaktionen


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